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Die Antwort der Aebtissin Magdalena lautete zustimmend.Es sei das Lehn des Stiftes in t'avorein der edlen uud tugend-schönen Jungfrau Felicitas von Varendorfs, Jobstens Tochter,übertragen; alles ohne Gefehrde und Arglist.
Die tugendschöne Felicitas heiratete bald darauf einenObristleutnant Johann von der Horst; Jobst ihr Vater starbund ihre Mutter, jene obengenannte Anna Clara von Meschede,erhielt als Leibzucht jenen ofterwähnten Hof auf der Neustadt,der später an die Familie Willmanns kam. Außerdem stand ihrfrei, auf Milse zu jagen und zu fischen, auf der Weide daselbstgehen zu lassen ein Mutterpferd und Fohlen; die Mast derWälder zu benutzen; Holz zu ihrem Bedarf zu holen; den 3.Pfennig von den Mühlen, desgleichen den 3. Teil von derSalzpacht zu Uffeln zu entheben; zwei Scheffel Lein, je dreiScheffel Nübsameu und Weizen, zwei Scheffel Erbsen zu Milsensähen und aus den Wiesen daselbst 4 Fuder Heu holen zu lassen;desgleichen mußte ihr das Gut 7 Kühe und 10 Schweine un-terhalten. „Dieweil auch anzeige geschehen", heißt es weiter,„daß der Hof zu Beilfeld etwas baufällig sein soll, will derHerr Obristleutnant fürderligs Augenschein darüber einziehenlassen und den Hoff in Dach und Schaur stellen und nach not-durfft reparieren lassen."
Aus einem anderen Aktenstücke geht hervor, daß die Wit-tibe von Varendorfs auf ihrem Hoff, binnen der Stadt Bilefeldt,ein langes Fachwerkhaus hatte errichten lassen, durch welchesdem angrenzenden Bürger Paull Beckers das Licht genommenwurde. Dieser protestierte uud scheint erst beruhigt worden zusein, als ihn: die Wittibe tausend Reichsthaler lieh, die er dreiJahre nicht zu verzinsen nötig hatte, dann aber mit der „ge-bührlichen Pension" versehen mußte.
Zu den dunkelsten Schattenseiten der damaligen Zeitengehörten die Hexenprozesse. Wie eine ansteckende Seuche durch-zogen sie die ganze civilisierte Welt. Auch in Westfalen feiertensie ihre schmählichen Orgien, rauchten die Scheiterhaufen unddrang das Jammern der gemarterten und gehetzten Menschenzum Himmel. In Osnabrück veranlaßte Katzeugeschrei denehrenwerten Richter, die Luft um sich her durch Verbrennen vonDutzenden armer Weiblein rein zu machen; in Coesfeld rettetesich eine schöne Witwe, indem sie die Frau des Judex alsMittänzerin bei den nächtlichen Festen des Jägers mit derHahnenfeder angab, ähnlich wie in Amerika ein der ZaubereiAngeklagter praktisch dem Denunzianten als Vernichter seinesGeschäftes eine Schadenersatzklage anhängte, hierdurch die schwerere