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Wilhelm I. 1360—1403.
Diesem bei dem Tode seines Paters noch minderjährige»Fürsten ward erst 1362, nachdem er zuvor die Rechte der Land-schaft nnd der Stadt Bielefeld bestätigt hatte, die Huldigung zuteil. In den Kriegen, welcher dieser Herzog-Graf führen mußte,bewies sich Bielefeld sehr thätig. Es gewährte ihn« in der Fehdegegen den Bischof von Münster eine Beisteuer oder Bede von600 Mark, auch wurden vom Grafe» Otto von Tecklenburgin dein Streite zwischen Milhelm nnd dem Edlen zur Lippe50 Bewaffnete zu Bielefeld unterhalte», bestimmt, die Stadtgegen einen Uebersall schützen zn helfen.
Gleich im Anfänge der Regierung war in allen deutschemLändern eine grausame Judenverfolgung ansgebrochen, die be-sonders 1350 in dein benachbarten Lübbecke dahin führte, daßkein Israelit daselbst am Leben blieb. Beranlaßt wurde dieselbedurch die damals herrschende Pest, welche man allgemein denInden zuschrieb, ausgebend, diese hätten die Brunnen vergiftet.
Wie weit diese Berfotgung in Bielefeld nur sich gegriffenbat, ist nicht zu ermitteln, doch scheint man die hier wohnendenjüdischen Familien nur vertrieben zn haben, wie ans einer Ur-kunde hervorgebt, nach welcher Graf Wilhelm 1372 fünf der-selben erlaubt, sich wieder in dieser Stadt anznsiedeln nnd zwarden Saul BinoeS, Simon Jutta, Nenneknn von Hameln, Nenne-knn von Nietberg und Johannes von Hamm.
Am 16. November 1377 kam Karl I V. mit seiner Ge-mahlin nach Minden, wo ihn, so erzählt eine Chronik, der Bi-schof nnd die Bürgerschaft auf der Weserbrücke feierlich empfingen.Der Bürgermeister Bodendorp überreichte die Schlüssel der Stadtdem Bischof, dieser dem Kaiser, worauf dieselben dann in gleicherWeise in die Hand des StadtoberhanpteS znrückkehrten. NachdemKarl IV. den kurz zuvor gestorbeneil Dichter Heinrich von Her-ford durch die Berteihnng eines würdige» Grabes hoch geehrthatte, wandte er sich nach Herford nnd weiter nach Bielefeld,wo seiner ein nicht minder feierlicher Empfang wie zn Min-den wartete. Ob nnd wie sich die Ceremonie der Schlüsselüber-reichnng hier wiederholte, wird nicht berichtet, würde uns abersicher einen Blick in die Bedeutung der Stadt nnd ihre geringereoder größere Selbstständigkeit haben thnn lassen. Ebensowenigerfahren wir, ob der Graf zugegen gewesen ist oder welcherDroste ihn bei seiner Abwesenheit vertreten hat. Nur eins wirduns mitgeteilt. Als der Kaiser nämlich voll dem GrabmaleWittekinds zu Enger hörte, reifete er hin und ließ dasselbe vonGrund aus verbessern.