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mal unter dem Grafen Bernhard zur Einlösung von verpfän-deten Schlössern desselben benutzt.
Später hatte die Stadt, besonders bei der Einführungder Reformation mit den Stiftsherrn vielfach zu kämpfen, dochdarf, wie Scherr sagt, „die Nützlichkeit dieser Stiftung für ihreZeit nicht nach dein beurteilt werden, ivas ältere Stadtbewohneretwa von der Wirksamkeit der Kapitulareu vor der Aufhebungderselben noch selbst gesehen oder auch nicht gesehen haben.Ihrer Zeit war sie ausschließlich der Bildung künftiger Pfarr-geistlichen und Lehrer, der Beförderung wissenschaftlicher Stu-dien unter denselben, dem Jugend- und Volksunterrichte undder Pflege eines frommen Sinnes in der Stadt und Umgegendgewidmet."
Im Jahre 1318 erhielt das Kapitel vom Papste einenreichen Ablaß. Später scheinen die Kapitelsherrn bei der Bevöl-kerung nicht mehr im hohen Ansehn gestanden zu haben, dennes wird uns von der Mißhandlung eines derselben seitens derSöldner des Sparenberges berichtet. Nach dem Religionsrezeßvon 1672 bestand das Kapitel aus 7 evangelischen und ebenso vielenkatholischen Kanonikern, welche letztere ihren Gottesdienst im Schul-hause, die Hora aber auf dem Chore der Kirche zu halten berechtigtwaren; später ward ihnen die Kapelle an der Nordseite vor-gebaut. Von der Seelsorge, die den Franziskanern zufiel, wur-den sie dann gänzlich ausgeschlossen und sie fristeten fortan ein Dasein,das bis zur Aufhebung des Kapitels, 1810, nicht mit dem ehe-maligen Glanze desselben zu vergleichen war.*)
Wenden wir uns nun dem Gange der Allgemeingeschichtewieder zu.
Otto III. schloß sein ereignisvolles Leben mit vielenSchenkungen; ihm folgte 1306 sein Sohn gleichen Namens.
Otto IV. 1306—1328.
Unter diesem Grafen erstarkte Bielefeld noch mehr. Gleichanfangs sehen wir nach einer Urkunde eine Kaufmannsgildehervortreten, welche sich die von St. Johannis nennt und diebei dem Regenten vorstellig geworden zu sein scheint, besonders
*) Graf von Reiflich, der sich um das Mindcncr rssi>. Münstcrsche Ar-chiv viele Verdienste erwarb, teilt 1827 mit, daß sich die Akten des Stiftesvon St. Maria in Bielefeld ziemlich vollständig erhalten hätten und 607Urkunden enthielten, wovon die älteste, die Bestätigung seitens des BischofsOtto von Paderborn von 1292 sei, der sich die von 1293 dos Grafen Ottoanschließc. Alls dem 13. Jahrhundert wären 8, dein 14. 185 und dem 15.193 Urkunden vorhanden und das älteste Register stamme von 1460.