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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
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schlecht längst ausgcstorben war, Spanier und Holländer, Pfalz-Neuburg und Brandenburg um die Obmacht.

Die Volksstämme, welche die Hermannsschlacht entscheidenhalfen, scheinen später des Krieges entwöhnt worden zu sein,und als dann, wie ehedem die Cimbern und Teutonen, dieseaber nur durchziehend, die von der unteren Elbe kommendenSachsen bei ihnen ankamen, wurden sie von diesem streitbarenStamme unterworfen, doch verdrängten die Sieger nur dieEdelinge und setzten sich in deren Nester, während sie den Acker-bau und Viehzucht treibenden Grundstock der Bevölkerung sitzenließ, ihnen die alte Beschäftigung gewissermaßen übertragend.Diese .Laten oder Sitzengelassenen' bildeten fortan den Nähr-,die sächsischen Edelinge den Wehrstand. Allmählich vollzog sichdann ein Verschmelzungsprozeß, der später Volk und Adel alsein Ganzes erscheinen ließ; Sitten und Gebräuche, Religionund Sprache wurden, bei der nahen Verwandtschaft mit ein-ander, bald zu einem Gusse. Die sächsischen Edelinge warenäußerlich wohl kaum von den Laten zu unterscheiden, doch blie-ben sie in der Führung der Waffen diesen noch lange überlegen.

Um die Haupthöfe, ourtis, der Adeligen, lagen die Mau-sen der Laten, die, wie etwa heute die Kötter zu ihren Kolonen,in vertraulichem Verhältnisse zu jenen standen und den sächsi-schen Herrn als Oberhaupt und Beschützer betrachteten. Demetwas verschwommenen Naturdienst der latischen Bruckterer, An-grivarier und Cherusker, in welchem die Sonne, deren Wieder-kehr im Frühlings durch Osterfeuer gefeiert wurde, eine Haupt-rolle spielte, trat die markigere Wodanverehrung der Sachsengegenüber. Priester scheinen die letzteren nicht gekannt zu haben,denn von solchen ist in den späteren Kriegen keine Rede. Auchwahrsagende Frauen (Velleden) treten nicht mehr auf, vielmehrweht ein realistischer Zug durch die Religionsansicht des tüch-tigen Volkes, ein Zug, der freilich in den MenschenopfernSpuren von Grausamkeit aufzeigt.

Die Toten wurden verbrannt. Urnen nahmen die Ascheauf, in welche Kleinodien und später auch Münzen gelegt wur-den als Zehrung auf den unbekannten Weg in ein finsteres Jen-seits. Selbst vergrabene Schätze kommen nach ihrer Ansicht denGestorbenen zu gute. Der Aberglauben, welcher die Laten be-herrschte, teilte sich auch den Edelingen mit und daher kam es,daß bei der Verschmelzung des Nähr- und Wehrstandes schließ-lich die lichteren und einfacheren Ansichten des letzteren ver-schwunden sind.

Die alten Grenzversammlungsorte der Stämme blieben