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Wellenförmig erstreckt sich die Ebene ein paar Meilen weit,bis hinter Herford ein Höhenzug die fernere Aussicht schließtund nur, wenn wir auf den höheren Kuppen stehen, sehen wirüber diesen Höhenzug die Porta Westfalica in blauer Feruehervorragen.
Wenn nun die Abendsonne auf den Dächern und Fenster-scheiben der zerstreuten Häuser glüht und über die Landschaftihren goldenen Duft hinhaucht, dann machst du gewiß einigenaturenthusiastische Sprünge und deklamierst:
Betrachte, wie in AbendsonnenglutDie grünumgebneu Hütten schimmern.
Wenden wir unfern Blick nach der Südseite, wo sicheine unabsehbar weite Ebene ausdehnt, auf welcher uns zuerstalle Gegenstände in einander zu verschwimmen scheinen, Heideund Wald verworren und träumerisch durch einander dämmernd.Die Sonne sinkt bereits unter und ein trüber nebelnder Dunstist über die ganze Fläche verbreitet, die so geheimnisvoll, sorätselhaft schweigend daliegt, als verschleiere sie die wunder-barsten Dinge. Blicken wir schärfer hin, so fangen die Gegen-stände an, sich zu entwirren; einzelne blinkende Teichflächentreten hervor; mir sehen nackte öde Stellen, wo nur das langerötliche Heidekraut im Abendwiude rauscht, spärliche verkrüppelteFichtenbüsche zu kleineren und größeren Gruppen vereint, regel-los durcheinander, hier von kahlen Heideplätzen, da von dichtenGebüschen unterbrochen, von stämmigem Hochwald überragt.Einzelne Gehöfte, von gelichteten, urbar gemachten Ländereienumgeben, treten aus dem Wirrsal hervor; die Wohnungen meh-ren sich nach Westen und Süden hin: Turmspitzen zeigen unsDörfer und Städte.
Das ist die Senne, die sich vom Osning bis Paderbornund Lippstadt erstreckt. Der Eindruck, den sie gewährt, ist höchsteigentümlich, nicht so heiter wie die Ebene nordwärts, sonderngeheimnisvoll, rätselhaft verschlossen, herbstlich elegisch; es isteine schlafende, träumende Landschaft.
In der Mitte dieses gcgeusatzvollen Bildes aber liegtunsere Stadt.