Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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323
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6 .

An denselben in Stuttgart.*)

Berlin, de» g, März 1836.

Teuerster Freund!

Zuvörderst herzigen Dank und Anerkennung für das Freundliche,was Ihr Brief enthält. Ich ehre Ihre Gesinnung. Ich kanndie Ansicht nicht theilen, welche Ihren Kreis und Sie selbst be-stimmt hat.

Das zu dem Almanach gegebene Bild scheint mir lediglich Sacheder Buchhandlung zu sein. Ich hätte selber nicht mein Bild einerGedichtsammlung von Dichterfürsten und Fürstendichtern vorgesetzt.Hätten Sie es gethan?

Unser Meister Uhland hatte unserer Hoffnung eine schroffeWeigerung entgegengesetzt. Die Zeit war im Verstreichen. Ichschlug Eichendorffs Bild vor und erfuhr, daß die VerlagshandlungSchritte gegen Heine gethan und, im Falle eines Fehlschlagens, Platengeben würde.

Ich würde zu einem gemeinsamen Wirken meinen Namen zuHeine's Namen nicht gesellen. Dazu bin ich zu sehr ein andererMensch. Aber er gilt mir für einen Dichter, wofür er Ihnen auchgilt, und darauf kommt es hier nur an. Was haben in der ein-gerissenen Art und Weise der scherzende Herr von Schlegel undHerr von Platen und andere vor Heine voraus, als einen Mangelan Witz, aus denen man ihnen doch kein Verdienst machen kann!

Der deutsche Musenalmanach ist eine offne Halle, worin derKönig von Baiern und Demagogen, Platen und Jmmermann,Schlegel und Menzel, ohne einander zu berühren, sich ergehen. Da-vor hängt die Verlagshandlung, die für die veaors zu sorgen hat,

*1 Schwab hatte sich von der Thellnahme an der Redaktion des Musen-almanachs auf das Jahr 1837 zurückziehcn zu müssen geglaubt, weil demselbenH. Heine's Vildniß beigegeben war.

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