Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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stalten sich Ihre Verhältnisse, wie wünschen Sie selber, daß.sie sichgestalten? — Lassen Sie mich das zur Zeit des Erscheinens IhresBuches erfahren. Es drängt mich Ihnen zu sagen, wie mich sovieles in der neuern deutschen Literatur und Journalistik anwidert.

— Ich habe Sie lieb, persönlich lieb gewonnen, weil ich Sie ausund über diesem Schlamm liebwerth und liebevoll angctroffen habe.

— O lasten Sie sich nicht hinuntcrziehen. — Lieber ein Hand-werk als ein Tagesblatt, ich habe schon manche daran verloren ge-hen sehen.

Verargen Sie einem alten Mann sein Schwatzen nicht; wovondas Herz voll ist, überschäumt der Mund; ich werde so vielfältigaufgefordert, diese Materie abzuhandeln, und die Rath begehren,ob sie wohl alles liegen lasten sollen, um sich der Literatur zu wid-men, oder unter die Dichter zu gehen, gehören meist zu dem Miß-wachS der Menschheit und rücken wohl am Ende mit der Erklärungheraus, sie seien dennoch entschlossen, sie seien bereits so weit.

Lieber Freiligrath, meinen herzlichsten Händedruck!

Ad. v. Chainisso.

15.

An denselben.

Berlin den IS. Juni 1817.

Lieber Freiligrath!

Ein Brief von Schwab, der freundlich Ihrer erwähnt, und Ihreigenes Stillschweigen veranlassen mich zu vermuthen, daß Sie ineinem Abschnitt Ihrer Geschichte begriffen sind, wo Sie unter man-chen Kämpfen Ihr inneres und Ihr äußeres Leben in Einklang zubringen und Ihre äußeren Verhältnisse zu gestalten beschäftigt sind.— Auch wir haben solche Zeiten erlebt.

Da habe ich mir denn als einen nicht unmöglichen Fall gedacht,daß Ihnen unter solchen Umständen eine Reise nach Berlin wün-schenswerth erscheinen könnte. Ich will nicht in Verhältnisse, dieich nicht kenne, blind einzugreifen mich vermessen, ich will Sie nichtVI. 22