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werden, sein Sie sehr vorsichtig, sehr streng in der Auswahl; gehnSie nicht darauf aus, das Buch dick zu machen. — Bedenken Sie,daß Sie, was einmal da gedruckt ist, nicht mehr zurücknehmen kön-nen. Es ist Ihnen manchmal geschehen, ein gutes Gedicht, ohneneue Zeugung, im Gegendruck blasser abzuklatschen; geben Sie unsnur Urbilder und keine Kopien — nicht den „zerrissenen Naturforscher"neben dem „Löwcnritt." — Auch hüten Sie sich vor gewissen Ge-schmack beleidigenden Gräßlichkeiten. Der Geschmack ist ein empfind-licher großer Herr, den man nicht einmal beleidigt haben darf. —Eine gewisse Tatarenfürstin darf nicht —Ich nehme selbst Anstandniederzuschreiben, wovon die Rede ist.*)
Daß Sie in meine Flasche geguckt haben ist herrlich! Ich er-warte sehr Erfreuliches davon**).
Sie sehen, daß ich Sie schwer schelte, anstatt Ihnen Kompli-mente zu machen. Das macht, daß ich Sie lieb, sehr lieb habe.
Die Hand darauf!
Adelbert von Chamisso.
Ich würde mich freuen, wenn Sie einmal das Schicksal nachBerlin brächte.
14.
An denselben.
Berlin den 4. Mai 1837.
Lieber Freiligrath!
Ich habe zur Zeit viel zu leiden und Mühe die Ohren steif zuhalten; ich bin nebenbei, ich habe es Ihnen schon gesagt, ein schlech-
»1 Diese Worte beziehen sich auf ein Gedicht Freiligrath'S Shahingirai,das, vom Musenalmanach verworfen, später im Phönix abgedruckt wurde.Freiligrath benutzte den Wink Chamiffo's und nahm dies Gedicht nicht mit indie Sammlung seiner Gedichte auf.
»*) In das oben erwähnte, Freiligrath zum Geschenk bestimmte Exemplarvon Chamiffo's Werken hatte derselbe Folgendes hincingeschriebcn: „Als ich die