Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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306
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-den AugustinianiSmus und Pelagianismus und über das Verhältnißder Naturen in Christo abgehandelt, aber diese, besonders die letzte,find schwerer als die vorigen; da ist so vieles, was die Leute blosauf die äußeren Grimassen sehen macht und das heillose Spiel be-weinen, daß man durchaus die Streitenden selbst beschauen muß.Ich bin jetzt dabei, mir von dem erstgenannten Dogma, wie Duweißt, von dem früheren, einen leitenden Grundriß zu entwerfen;um nicht durch die einseitigen Darstellungen mich verführen zu las-sen, habe ich mir den neunten Band von Rösler's Bibliothek kom-men lassen, der Auszüge der Streitenden enthält. Es scheint mirder Augustinischen Theorie leicht anzusehen, daß sie auf dem Bodendes religiösen Gefühls gewachsen und auf das Gebiet des Verstan-des verpflanzt und dort durchgeführt als ein systematisches Ganzeeine zu verkennende Gestalt gewinnen muß, die sich doch dem treuSchauenden leicht ergiebt. Das Böse schaut der Christ ja nichtals etwas für sich Bestehendes; sondern das Böse deutet ihm aufein vorhergegangenes Gutes zurück, wie unsere Religion ewig wech-selnd das Gute im Bösen und dies in jenem schaut. Es ist einfreies Abbrechen und Entfernen vom Ganzen, das, sobald es einmaldie endliche Natur mit freier That begonnen, von dieser That anals ein nothwendiges, der endlichen Natur, die nun einmal durchdie freie That des Ersten aus dem ursprünglichen Verein gefallenist, einwohnendes Nebel, das nun mit Nothwendigkeit alles ergreifendfortwirkt, und dem nur das Ganze Einhalt thun kann, die ent-fernte Natur wieder selbst' an sich ziehend und mit sich vereinend Erbsünde und Gnade. Seiner Natur gemäß, eine historischeTotalität in einem Einzelnen anschauend und vergegenwärtigend,firirt es diese beiden Seiten der Menschheit, in der Entfernung undwiederhergestellten Einheit mit Gott, in Adam und ChristuS; mankann sagen, in diesen beiden ist die ganze Religion fixirt. Wiedies aber im Gefühl nur Eine Totalität ist, muß es, in das Gebietdes berechnenden Verstandes hinüber gebildet, erscheinen als getrennt,also ein Verhältniß von Einem Einzelnen zu allem Einzelnen, einUebertragen der Schuld, der Strafe, eine Zurechnung re., eine äußereNothwendigkeit, der das Einzelne unterliegt. Nur dem Christen-