Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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Ueber Beranger und das französische Volkslied.*)

I-u clinnson, das französische Volkslied, vertritt schon früh inder Geschichte des französischen Volkes die Stelle, die später diePresse, vorzüglich die periodische, in der Welt unserer Gesittungeingenommen hat. Die olmnson ist, wenn gleich keine selbstständigeMacht, doch das Organ einer Macht, das Organ der Meinung balddes Volkes, bald der Parteien im Volke. Das Volk macht sichseine Lieder und Liederdichter, wie die öffentliche Meinung ihreJournale und Journalisten erzeugt, und das Lied oder das Blatt,die keinen Anklang finden, sind wie nicht vorhanden. Läßt sich auchnicht wegleugnen, daß zwischen der Meinung und ihren Organeneine gewisse sich steigernde Wechselwirkung stattfindet, so ist es dochnicht minder währ, daß den Wortführern der Mafien keine andereMacht, als die der Massen selbst zu Gebote steht, und daß sie dieselbennur in der bezeichneten Richtung fortzuführen vermögen. I-n ellan-son, die volkSthümliche, nicht zu unterdrückende Freiheit der Fran-zosen, vertritt bei ihnen die Stelle anderer Freiheiten (Rede-, Preß-freiheit, Petitionsrecht u. s. w.), die, wie das Beispiel Englandsuns lehrt, in bedrohlichen Zeiten das Sicherheitsventil des Dampf-kessels sind. Der Franzos verfingt seinen Kummer, seine Noth,seinen Groll, seinen Haß, und die ollanson sagt selbst: tont ünitpur des ellan5on8.

Beranger, der volkSthümliche Dichter Frankreichs, sein cknn-sonuisr, seine Liederstimme, gehört der abgelaufenen Epoche der

") Vorrede zuBsranger'S Lieder. Auswahl in freier Bearbeitung vonA. v. Chamiffo und Fr. Freiherr Gaudh. Leipzig 1838."