Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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misso's letzter Krankheit und in der Todesnoth wie ein treuer Sohnnicht von seinem Lager wich, ein gutes Bild gegeben, welches derOktav-Ausgabe dieser Werke in sauberem Stiche beigefügt ist. Sosaß der Dichter unter den hohen Bäumen des Gartens seines Hau-ses auf einem mexikanischen Stuhl, den seine Frau ihm in schönenTagen geschenkt hatte. Mütze und Stock, alles genau nach der Na-tur; man meint den theuern Freund und die von ihm unzertrenn-lichen Umgebungen vor sich zu sehen. Aber wie gesagt wieer aussah, wenn ein Freund kam und er aufstand, um ihn zu em-pfangen, gewöhnlich mit vorgestreckter Hand und den im süßestenTone ausgesprochenen Bewillkommnungs-Worten, das kann keinPinsel malen, das kann nur das dankbare Herz dem wieder vor dieSeele rufen, der es je selbst erfahren.

Chamifso ruht, wie er es gewünscht, unter Einem Stein mitseiner Gattin, auf dem Kirchhofe vor dem Höllischen Thore in Ber-lin, dem nämlichen, wo auch E. T. A. Hoffmann begraben liegt.Eine geschmackvolle Granitplatte mit den Namen, Geburts- undTodestagen beider Ehegatten deckt die Gräber derselben. Daß erein glänzenderes Monument in seinem letzten Willen ausdrücklichverboten, haben wir früher berichtet- Sein Leben und seine Werkewerden ihm das schönste Denkmal bleiben. Was allein über den Ver-lust eines so theuren Menschen zu trösten vermag, ist, daß er be-friedigt von dem Leben aus demselben geschieden. Unterm 15. Ok-tober 1837, also kaum zehn Monate vor seinem Tode, schrieb er anGustav Schwab: .Die liebe Gabe des Gesanges ist mir ganz aus-gegangen; aber dankbar bin ich gegen mein heimisches Deutschlandund die Mitwelt, die mir überreichlich meine eigenen Freuden gelohnthat." Hoffen wir, daß auch die Nachwelt das Andenken Chamiffo'sehren werde, wie er es verdient, wie er selbst gesagt hat in demunten folgenden Aufsatze über Freiligrath:den, der seiner Zeitgenug gethan, wird die Nachwelt nicht vergessen".

So ist uns denn vergönnt gewesen, das Leben des Freundeswürdig wenigstens zu schließen, nämlich mit seinen eigenen Worten.