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lich nicht mehr zu bezweifeln war, brach er, übermannt von demunglücklichen Erfolg seiner zuversichtlichen Weissagungen, in dietragikomischen Worte aus: „Und dennoch bin ich ein Prophet, dennwenn ich sage, etwas geschieht so und so, so geschieht gewiß dasGegentheil!" —
Wir gelangen von diesem Standpunkte leicht zur Betrachtungeiner ferneren Eigenthümlichkeit Chamisso's, für die kein deutschesWort, welches das Gleiche sagte, zu Gebote steht. Er war durchund durch ein nobler Charakter. Berechnung auf den Effekt, Eigen-nutz, kluge Rücksicht, alles das war ferner von ihm als von irgendEinem, den wir sonst gekannt, und wir dürfen uns eines guten Um-gangs rühmen. Hat der Adel, indem er sich der Ueberlieferungruhmwürdiger Vorfahren erfreut, wirklich die Prärogative ange-borner edler Gesinnung, so gab es keinen würdigeren Repräsentan-ten seines Standes als Chamisso, wie wenig Werth er auch aufdie äußeren Vorzüge legte, welche damit verknüpft waren; undwie richtig, ohne jedes Mißgefühl darüber, er den heutigen Standder Dinge in dieser Beziehung zu würdigen wußte, davon zeugtunter andern der Schluß seines Testaments in den merkwürdigenWorten:
„Ich bestimme nichts über die Zukunft meiner Söhne. DieWelt, in der ich gelebt habe, ist eine andere gewesen, als die, fürdie ich erzogen worden, und so wird es ihnen auch ergehen. MeineSöhne sollen sich befähigen, auf sich selbst in verschiedenen Lebens-bahnen und Landen vertrauen zu können. Tüchtigkeit ist das zu-verlässigste Gut; das sollen sie sich erwerben. Ich wünsche, daßsie studiren, insofern sie dazu die Mittel haben, bin aber ganz da-mit einverstanden, wenn der Eine oder der Andere zu bürgerlichemGewerbe übergehen will; die Zeit des Schwertes ist abgelaufen unddie Industrie erlangt in der Welt, wie sie wird, Macht und Adel.Auf jeden Fall besser ein tüchtiger Arbeitsmann als ein Skribleroder Beamter aus dem niedern Trosse."
Fassen wir nun zusammen, was wir bisher gesagt. Ein Mannvoll Unschuld, voll rastloser Thätigkeit, die bei ihm Ute auf äußernBortheil, immer nur auf Hervorbringung von Edlem und SchönemVI. 17