Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
Seite
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aufblühenden Kinder, aber doch daheim sitzend bei der Gattin, beider Braut, im Kreise einer glücklichen Familie, der Hitzig-PiastischenFamilie, von der jedes Mitglied mir, wie unser Eduard, das Juwelherzlich gönnt, das ich aus ihrer Mitte davon trage, nicht es ihnen,zu entfremden, sondern nur, wie es die Natur will, einzufafsen.Du kennst wohl meine Braut, Antonie Piaste; die schönste undliebste jener Jungfrauen ist es, die, nach Hoffmann's AusspruchHitzig um sich hält, um ihm die Hand zu küssen und Papa zu sa-gen, die, die mir Löst schon 1807 als Kind verlobt hattenun hole ich sie heim. Ich habe mit dem Verstände gewählt undmit dem Herzen erfaßt, ich möchte sagen,ich habe mich nach einemPlan verliebt." Sie ist jung, hlühend und stark, schön undfromm, rein und bewußtlos, klar, wolkenlos und heiter, ruhig, ver-ständig und froh, und so liebevoll!

Kommst Du bald einmal nach Berlin wieder, so hoffe ich, daßDu mich in einem Häuslein, das beim botanischen Garten sin Neu-Schönebergj steht, antriffst (ich bin zum Adjunkt des Direktors,mit 600 Thalern Gehalt und jenem Häuslein zur Amtswohnung,vorgeschlagen), freudig bei Blumen und bei der ihnen gleichen Wir-thin beschäftiget, kommt aber wer der alten Freunde nach etwazwanzig Jahren wieder, so hoffe ich zu Gott, daß er mich ebenda-selbst und eben auch bei meinen Blumen und meiner Wirthin nochfinden soll, aber bei uns soll noch sitzen eine aufblühende Jungfrau,die das heutige Bild der Mutter treu und unverändert wiederhole, denn ich vermißte ungern den reinen Genuß, mit dem meinkünstlerisch gebildetes Auge auf meiner Antonie weilt. Wir habendie Anker geworfen, das Schiff gemoort, ich begehre weiter nichts,als, was ist, in seiner ruhigen Entfaltung weilen zu sehen.

Wir gedenken am vierten Jahrestage meiner Ausfahrt aus Ber-lin zu meiner Weltumsegelei, den 15. Juli, Hochzeit zu halten.

Wir sitzen der Brautpaare jetzt drei bei einander ein Bru-der meiner Braut mit einer Tochter des verstorbenen Pastor Her-mes, als Senior; unser Bruder Neumann mit Doris Mnioch,der Pflegetochter Hitzig's, als Nachfolger (ich weiß, daß er tagtäg-lich angesetzt hat, an Dich herzlich zu schreiben, zweifle aber, daß er,