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6 (1864)
Entstehung
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Bei Hitzig trat keine von den Ursachen ein, welche hindernmochten, daS Verhältniß zu dem Jugendfreunde ganz auf dem altenFuße sortzusetzenhauptsächlich trug ader zu der immer innigemVerschlingung ihres Lebens bei das enge Verhältniß, in welchem,wie ferner wird berichtet werden, Chamifso's nachmalige Gattin zuHitzig und seinem Hanse stand.

Der Rest des Jahres 1818 verfloß noch, ohne daß sich einebestimmte Aussicht zu einer Anstellung für Chamifso zeigte, der in-deß den zoologischen und mineralogischen Theil feiner Sammlungenden Museen der Universität Berlin als Geschenk übergeben hatteund seine Pflanzen zu ordnen begann. *) Immer schwankte er abernoch zwischen der Alternative: neue Reise oder Heirath, und ganzChamifso'sch ruft er in dem ersten Briefe, den er nach der Reise ande la Foye schreibt, die Worte aus:heirathen gut aber wendenn7 Ja wer eS wüßte!" Mittlerweile wuchs in ihm die Hci-rathslust immer mächtiger und erhielt noch größern Schwung durchdas, was er bald an den Freunden erlebte.

Neumann, wie Chamifso schon in den letzten Dreißigern, hatteendlich festen Fuß im Staatsdienst gefaßt und um ein junges Mäd-chen geworben, die Tochter des nicht unrühmlich bekannten DichtersJohann Jakob Mnioch, eine elternlose Waise, welche in Hitzig'üHause als Pflegetochter erzogen wurde. Sie hatte den alterndenFreier nicht zurückgewiesen; dies gab auch Chamifso Muth. Einenunbeschreiblichen Eindruck machte dies Ereigniß auf sein Gemüth.Als ihm Hitzig auf der Schwelle seines Hauses die neue Braut zu-führte, faßte er sie kräftigen Armes, trug sie schwebend die Treppehinauf und gab ihr erst auf der obern Hausflur angelangt den Herz-

*) Er konnte in der ersten Zeit nach seiner Rückkehr nicht sogleich an dieVeröffentlichung der mitgebrachten Pflanzen gehen, da ihn zunächst die RedaktionderBemerkungen und Ansichten" beschäftigte, unterstützte aber desto eifrigerfremde Arbeiten durch seine Materialien. So übergab er Schlechtendal seineRanunkeln, Kaulfuß seine schöne Farrensammlung und bot überhaupt, wie seineausgebreitete Korrespondenz mit den bedeutendsten Botanikern in Deutschland,der Schweiz, Frankreich und England zeigt, zu jeder Förderung der Botanik dieHand. Vgl. Schlechtendal's Linnäa, Bd. 13. S. 69 fgg.