Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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wurden; ich habe nicht so viel von der Seekrankheit gelitten, als ichmir eingebildet hatte, und mich im Ganzen gut gehalten, ob ichgleich dem Salzgott ein paar Mal libirte. Viel kränker als ichwaren einige Passagiere, die besonders während der ersten Nacht sehrelend darnieder lagen. Ich habe noch in der verschlossenen Kajüteauszuhalten nicht gelernt, nur im Bett oder auf dem Verdecke.Man weiß nicht, wie zugeht, daß man bei nüchternem Muthcso ganz besoffen sich fühlt, Strich im Gehen nicht halten kann undder Magen sich ganz leise umwendet. Es wird sich hoffentlich allesgut geben. Die Gesellschaft war gemischt und im Ganzen ergötzlich;ein dänischer Etatsrath v. Holten, geheimer Sekretair des Königsvon Norwegen zu seiner Zeit, und dessen Frau, beide zwischen Ame-rika und Europa vielfach gereist, waren die schönsten Figuren inderselben. Vom Etatsrath erhielt ich eine norwegische schöngeschnitztcDose zum Andenken der Reise und ich gab ihm ein botanischesMesser aus Berlin zum Gegengeschenk, welches bestimmt wordenwar, die Reise um die Welt mitzumachen. Wie die Meere wirklichnur die Landstraßen sind, wird besonders deutlich, da wo man wieauf dieser travorses und bei Kopenhagen ihre Breite übersehen kann.Wir sahen überall immer mehrere Segel und zwischen der grünenEbene Seeland's und den niedrigen Küsten Schwedens kann manzu jeder Stunde über ein halb Hundert Masten zählen.

Hier, mein Freund, hatte ich gleich meine Stube, meine Nor-malkneipe und theilnehmende liebe Freunde. Ich habe den vielge-liebten König von Dänemark auf Friedrichsburg krönen helfen, habemit Freunden und Gelehrten lieb- und lehrreichen Umgang gehabt,viele Gärten, Sammlungen u. s. w. besehen, und mich fort undfort umhertreiben und einwiegen lassen, die Abende mehrstens inehrbarer und guter Gesellschaft gezecht; alte ehrwürdige Professoren,Etatsräthe u. s. w. stimmten muthig eingnuäsamus i§imr«,»mibi esk xropositum",Landesvater", und mir zu Ehren:WennJemand eine Reise thut", wurden zu jungen Studenten, und mutz-ten am Morgen lange laviren, bevor sie seekrank in den Hafen derheimischen HauSthüre einliesen. Oehlenschläger fehlt bei solchen Par-tien nicht, sondern stehet mit Lied und Witz oben an, nur vielleicht