Druckschrift 
6 (1864)
Entstehung
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Gabe anzuhören und zu verstehen abgeht, in einen: schönen Waldeam Strande, eine halbe Meile von der Stadt, dann Weber und dieSammlungen. Ueberall die theilnehmendste liebreichste Aufnahme.Die Abende (ich mußte, da der Wind umsprang, noch einen Taghier bleiben) brachte ich, von Twesten eingeführt, in einer Familiezu, die er wie die seine betrachtet, die von Madame Schleiden,deren uuverheirathete Tochter ein großartiges, hochsinniges, schönesWeib ist. Mir ward sehr wohl in dieser Umgebung, und ich mußjedem Freunde wünschen, den müffigen Schimmel, der sich in derVerschlossenheit so leicht ansetzt, auf erfrischenden Reisen zu lüften,wie nur gar wohlthätig jetzt gegeben wird es zu thun. Ich wardMontag am 24. früh um 4 Uhr abgcrufen, die Paffagiere stelltensich langsam ein, uin ^ 8 gingen wir unter Segel. Binnen-ländische Meere ohne Ebbe und Fluth, in deren fromme Spiegel-fläche das grüne Kleid der Erde niedertaucht, tragen nicht dengroßartigen Charakter des Ocean's, überdies schlängelt sich daS Meerlandeinwärts bis zu Kiel, einen: schmalen Landsee nur ähnlich, undes gliche hier die Landschaft den Ufern der Havel bei Stimming,wenn nicht die Wellen, die die Erde schlägt, in: schönsten Grüneder Schöpfung prangten. Man verliert auf der ganzen Reise nichtdas Land aus den Augen, und selbst von den Seiten, wo man esnicht sieht, fühlt' ich mich geographisch von nahen Küsten umengt,so daß ich nichts Großes, Erhebendes, Ungewohntes in der ganzenFahrt fand und, so fabelhaft es klingen mag, diese See meinen:Gefühle zu enge war. Zn der Nacht von: 24. zun: 25. hatten wirübrigens bei günstigen: Wind ein sehr großes Wetter und unsereGaleaffe von 5 Mann Equipage ward stark geschaukelt. Wir wa-ren am 25. Morgens im Angesicht der schönen Kreidefelsen auf dersüdöstlichen Spitze von Möen (MöenS Klint), die geognostisch mitden Kreideküsten von Rügen Zusammenhängen. Von da mußten wirnach Norden segeln und der Wind, der sich besänftigt hatte, waruns ganz entgegen. Wir lavirten den Tag über und die Nachtzwischen Schweden und Seeland's flachen Küsten. Wir sahen amMorgen des 26. Kopenhagen, in dessen Hafen wir Mittags beigänzlicher Windes- und Meeresstille von unfern: Boote bugfirt