Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
372
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Eduard hat selbst die Kinder zu der Leiche der Muttergeführt. Lotte Piaste widmet diesen Kindern ihr Leben. Eduardwird kein Surrogat des unersetzlich Verlorenen suchen und für-der wie ein Snryvn leben. Daß er, weich und fest, ein unsäg-lich unglücklicher Mann ist aber ein ganzer bedarf keinerErwähnung. Die Theilnahme war allgemein und.Viele weinen.Denn Viele haben sie geliebt. Eduard bemitleidet den König, der,was Er verlor, auch verlor; aber nicht fand, was er gefundenFreunde, die ein König und sei es auch dieser nicht hat,ihn zu verstehen, und nach seiner Art mit ihm nach Untergangder Sonne die Nacht zu betrachten. Lebe wohl!" Einige Tagespäter berichtet er Lafoye:Vor wenigen Tagen ist die schöne, lieb-reiche Frau Hitzig's nach namenlosen Leiden gestorben. Ich habe inihr Mutter und Schwester verloren. Mein Haus ist verödet. Un-sres Eduard's Leben ist hiemit abgeschlossen, und meines sehr ver-finstert. Eine Freundin widmet den herrlichen Kindern ihr Lebenund Eduard führt für sie düster sein Geschäft fort, welches seineBetriebsamkeit durch diese schweren Zeiten hindurch blühend erhaltenhatte."

Aber nicht allein eine sehr theure Freundin hatte Chamisso inHitzig's Gattin verloren, fügt dieser hinzu, sondern auch für denAugenblick diesen selbst; wenngleich nicht dem Herzen nach, doch in-sofern, als dessen Verhältnisse es ihm kaum möglich machten, sichmit etwas anderem als gerade mit der Ordnung dieser zu beschäf-tigen. Hitzig war früher Beamter in Warschau gewesen; in Folgeder Besitznahme Südpreußens durch die Franzosen um feine dortigeBedienung gekommen, hatte er einen Buchhandel errichtet, von wel-chem er eine zahlreiche Familie ernährte; nun war er Wittwer ge-worden, beladen mit der Sorge für sechs kleine Kinder; dies bewogihn zu dem Entschlüsse, seine Handelsgeschäfte, die ihn den ganzenTag von seinem Hause entfernt gehalten und ihm seine Kinder hat-ten fremd werden lasten, aufzulösen und in den Staatsdienst zurück-zutretcn; ein Vorsatz, den er schon im Herbste 1814 ausführte. Daßer unter solchen Umständen seinen Freunden wenig leben konnte, istleicht zu begreifen; am tiefsten empfand dies Chamisso.Mit