Aus drr Vorrede zur zweiten Ausgabe.
Nicht ohne tief schmerzliche Bewegung bin ich an die sonstwillkommene Arbeit gegangen, vorliegendes Werk behufs wie-> derholten Abdrucks in einem andern Format, einer neuenDurchsicht zu unterwerfen.
Wie manche, die bei seinem ersten Erscheinen noch ihreinnige Freude daran gehabt, sind seit den wenigen Jahren,die darüber erst verflossen, wieder von uns geschieden! Gaudy,v. Stägemann, Georg Reimer, Rosa Maria, Diotima (SophieBorries in Greifswald), theure Freunde auch mir wie Chamissodem Vorausgegangenen. So wird es immer einsamer, bisendlich auch unsere Stunde schlägt. Und sie wird schlagen!
An der Einrichtung des gegenwärtigen Buches habe ichnichts Wesentliches geändert. Es giebt für solche Zusammen-stellungen, wie ich sie für die Uebersicht des Lebensgangesmeiner Freunde gut gefunden habe, eine Erfahrung, die sowenig trügen kann, wie eine genaue Probe bei einem Rechnen-exempel; die Erfahrung nämlich, ob das überlieferte Materialdazu hinreicht, daß sich solche, die den Dargestellten nicht per-sönlich gekannt haben, sein Bild daraus dergestalt zusammenzu setzen vermögen, daß man selbst es für ähnlich anerkennenmuß. Und diese Erfahrung, wie dereinst an Hoffmann's undWerner's, auch an Chamisso's Leben zu machen, ist mir diegroße Freude geworden. Um aller übrigen Beurtheilungen,die ich erwähnen könnte, zu geschweigen, erinnere ich nur andie eines Mannes, der Chamisso nie mit Augen gesehen und