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Was Chamiffo aus Frankreich erfuhr, war freilich nicht geeig-net ihn heiter zu stimmen: „nie habe ich mehr Ekel gegen Frank-reich empfunden, als eben jetzt," schreibt er an Lafoye nach Napo-leons Abdankung; „mir kommt dieser Ausgang sNapoleon's Ab-dankung :c.j wie die Neige von schalem Bier vor." Dazu hatte erim Frühjahr einen lieben Freund verloren, einen Kaufmann CarlMüller, dessen Umgang sein Leben verschönt und erheitert hatte, undnicht lange darauf traf ihn ein noch tieferer Schmerz. Die jungeund schöne Gattin seines Freundes Hitzig, dessen Haus auch dasseinige war, erkrankte schwer und starb am 22. Mai 1814. „Hitzig,zu wüst und zerstört, schreibt er einige Tage vorher an Fouque,um Dir zu schreiben, trägt mir es auf. Zwischen Hoffnung undNichthoffnung ist heute der dritte Tag schon der Zustand der Dinge.Sie leidet viel, er vielleicht noch mehr. Ich kann Dir von den Zu-fällen der Krankheit nichts Näheres sagen, worin die Aerzte selbstnicht klar zu sehen scheinen, wir am allerwenigsten." Und am Tageihres Todes: „Heute, Sonntag den zweiundzwanzigsten Mai, amzehnjährigen Gedächtnißtage ihrer Vermählung mit Eduard, aufwelchen Jubcltag, ihrer Krankheit wegen, die Feier ihres dreiund-dreitzigsten Geburtstages zugleich, wie die früher eingetretene undaus gleichem Grunde auf diesen verlegte ihres Mannes ausgesetztworden, hat des Morgens um dreiviertel auf zwei' Uhr unsereFreundin ausgelitten. Durch einen mehrtägigen Todeskampf habendie Besinnung und die Schönheit sie nie verlassen. Nur ihr Mannund die Freundinnen, die ihre Wärterinnen gewesen, waren um sie.Die ihr die Augen zugedrückt hat, war die Staatsräthin Uhden,ein Weib von ausnehmender Großheit. Ich selbst habe die Krankenur in der vorletzten Nacht gesehen, wo ich herbeigerufen ward, umschnellen Bericht an einen Arzt zu überbringen. Sie sah mich hellan und reichte mir die Hand. Sie war noch wie eine Braut an-zusehen. Sie hat unendlich gelitten; aber ihre letzten Momente warenein sanftes Ausgehen. Ein organischer Fehler scheint die Ohnmachtder Kunst und das Schwanken der auf die nächsten Erscheinungengerichteten Behandlung zu rechtfertigen. Sie wird am Dienstag frühum fünf Uhr bei zweien ihr vorangegangenen Kindern beigelegt.
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