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An Hitzig.
Koppel den 2-1. Mai 1812.
Ich bitte Dich sehr, mein lieber Eduard, mir diesen Brief gleichzu beantworten. Ich Lin nun ganz rücksichtslos mein eigner Herr,und das ist, wozu ich mich entschieden habe. Ich habe mit diesemFrühjahr die Botanik zu treiben angefangen — ich finde hier Leich-tigkeit und Anleitung dazu, und dies Land ist gleichsam der botanischeGarten Europa's. — Ich fahre hier im Thals und in der Gegendfort, bis der Schnee, der noch den Jura und die Alpen bedeckt,schmilzt, und gegen Ende Juni oder den Anfang Juli unternehm'ich eine ordentliche Schweiz- und Alpenreise zu Fuß, zu der ich wohleinen Gefährten finden werde, und richte die so ein, daß sie micha» die deutsche Grenze führt, und etwa von Schaffhausen oder Ba-sel aus setz' ich meinen Stab vorwärts fort am rechten Ufer desRheins herunter über Aschaffenburg nach Berlin, und richte michein, um wenigstens vierzehn Tage vor Antritt des Winterhalbjahresder Universität bei Fouquä in Nennhausen einzutreffen. — So,wenn nichts dazwischen tritt und die Zeit es nicht anders heischt;indessen begehr' ich einen Brief von Dir und nöthige Bestimmungenund Anleitungen — und das, wo möglich, bevor ich noch ins Ge-birg mich verloren, wo ich ihn vielleicht nicht oder zu spät erhaltenwürde, worüber ich mich sehr entrüsten würde. Schreibe Coppet,6-mtoii äs Vnnä SI> Luisse, so kommt Dein Brief rascher, wohlfeilerund sicherer. Du weißt, daß meine Schwester in Italien ist undsehr nach mir begehrt; ich fürchte Italien und dessen Verführungen,weil ich Euch liebe, weil ich fühle, daß ich nur Lei Euch gedeihenkann, und daß es Zeit wird, Ernst mit meinem Leben zu machen,soll irgend etwas daraus sich gestalten. — Sollt' ich, dürft' ichnicht zu Euch, so ging' ich nach Italien. Antwort, guter Ede. —Das Merkchen,*) von dem ich Dir einmal gesprochen, soll nicht in
*) Vgl. Br. 132. »nd 13-1.