Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
356
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Aufzügen getrieben, worin eben nichts Merkwürdiges ist als dieSpuren des Diebstahls.

Ich habe nun Deine zwei Briefe wieder gelesen, und habe fürso viele Freundschaft keine Worte, lieber Ede. Ich will die Sachesächlich nehmen und Dir in Deinem Sinne wiederholen. MeinZweck ist der, mir frei, selbstständig, ohne irgend wem zu dienenund fröhnen, eine dunkle geräuschlose Existenz in meinem Lande un-ter Euch zu verschaffen, die mich auch in den Stand setze, nach mei-nem Sinn und Herzen mich anzusiedeln und eine Familie zu bilden.Ich fühle, daß in meinem Alter es Pflicht gegen mich ist, Schrittedazu zu thun. Drum begehr' ich auf Universität. Hoffnung habeich aber nicht, drum laste ich mich hier halten, ohne Aussicht! HastDu Aussicht, so pfeife und ich komme.

Ich drücke Dich fest an mein Herz; alle Liebe Deiner Jeanette,dem Erman, dem guten Kriegskameraden Oetzel, Lösten, so Du ihmschreibst, kurz allen, die mir dort meine Familie bilden.

135 .

An Wilhelm Neumann in Berlin.

fEinlagc des »origen Briefes.!

Ein jeder, lieber Wilhelm, hat seine gehörige Portion Ver-zweiflung im Leib, ich aber fühle die meine vor Deinem Briefe ganzverschwinden, er ist ja komisch wie die furchtbarsten Tragödien desShakespeare, und man merkt, daß Du Dich nicht aufhängst, weilDu im Schlafe über den Punkt hinweg gekommen bist, wo solches nochals ein nicht zu vernachlässigendes Trostmittel erscheinen muß. AufEhre, Du machst mich ganz verwirrt, mit Dir könnt' ich wohldarüber edle dlieotiana verrauchen, aber sprechen? Nein, ich müßtemich fürchten! Hebe Dich von mir, Satan!

Ich wünsche Dir Mück zu DeinenMusen"*), lieber armer

') Eine Zeitschrift, welche Neumann 1812 mit Fouquä herausgab. Bgl. Br. 133.