Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
348
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Heute nur ein Händedruck, nur dessen telegraphisches Zeichen,ein Freundschaftswort und Gruß. Wir sind in die Stadt, Wil-helm sSchlegelss aber nach Bern gezogen, und ich warte hier daserste Wüthen des Winters ab. Manches hat mich zu dem Rachebestimmt, wenigstens doch von anderm abgeleitet. Sage mir,was Du vom Wetter und Gewitter denkest, das Euch, oder anEuch vorbei, herauf kommt? Wilhelm hat mir vor der Tren-nung wiederholt, ich solle Dich freundschaftlichst grüßen, er machesich immer noch Vorwürfe, Dir immer noch nicht geschrieben zuhaben. (Ich mache auch vieles mit Selbstvorwürfeu ab.) Ichhabe von Dir mit inniger Liebe die schon befreundeteEmma" imehrbaren Druckstand wiederbegrüßt, und dieVaterländischen Schau-spiele" kennen gelernt. (VomTodtenbund" Hab' ich Dir wohlschon früher gesprochen.) ImWaldemar" hast Du Dich selberganz in Deinem schönsten Wesen ausgesprochen, das Buch ist bei-nahe Du selbst, und machte mir dadurch vertrautere innigere Freudeals wem es sei, es hat mich wahrlich entzückt. sHier folgt eineausgelöschte Zeile, sj Was ich da ausgestrichen, muß ich Dir dochsagen, ist ein Wort Schlegel's, der da frug, ob die Uckermärkeroder die Mittelmärker gemeint seien in diesem Lobgedicht! sonstrühmt er Dich aus alle Weisen und verehrt Deinen Sigurd überalle Maßen, besonders die zwei äußeren Theile desselben; im zwei-ten fragt er, ob Mittel und Wirkung im Schrecken in Verhältnisstünden; zu dem Waldemar zurück zu kommen, so ist Schle-gel kein Brandenburger wie Du, sondern ein Süddeutscher imWiderstreit mit den Norddeutschen. Leb wohl, mein vielgeliebterBruder.

Glück zum neuen Jahr oder doch kein Unheil!