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5 (1864)
Entstehung
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Post abgegangen; in Perleberg nahmen wir wahr, wie wir außerdes Rathenauer Postcourses gerathen wären, wie wir daselbst dreiTage warten müßten, wie Extrapost ein dem Beutel gefährlichesDing sei, und dergleichen mehr*). Auch hatte Warner sVarn-hagenss sehr wichtige und eilerfordernde Aufträge von Steffens mit,wir hätten Dich auf so kurze Zeit nur besucht ... wir entschlossenuns, uns das herrlichere Christgeschenk aufsparend, grades Weges nachBerlin zu kommen.

Mein lieber Guter, gieb mir keine böse Worte, weil es nickt»ach meinein Wunsche gegangen, und weil, wie mir nicht lieb,geschehen, sondern erwarte uns mit aller Liebe zur verabredetenWeihnachtsfeier.

Warum ich Dich nun bitten muß, ist, daß Du mir alsbaldmeinen Nachlaß, dessen ich sehr benöthigt, nachschickest, und zwar,da wir noch gar nicht wohnen, unter Bernhardts Adresse. Laß allesin die Mantelsäcke stopfen oder in den Mantel bündeln, und laß eszur Berliner Post tragen. Fortunatus werde nicht vergessen,nicht auch, was die Frau Baronin in besondere Obhut genommen.

Ferner bitt' ich Dich sehr, mir schriftlich die Anweisung, umdie ich Dich mündlich bitten wollte, zu.ertheilen; sage, wie es sichanfangen läßt, und wie es andere thun, um itzt abzubinden sdenAbschied aus dem Militairdienst zu fordern^; aus Nennhausen, glaubemir, hält' ich gerne das Geschäft vollbracht.

Ich habe in Hamburg Steffens kennen gelernt; ein herrlicher,gluthvoller Kernmensch, von dem Dir mehr, als hier geschehen kann,gesagt oder geschrieben wird; nicht der Worte nur ein Freund, son-dern Handeln's bedacht, ist er aus Norwegen's schneeigten Gebirgenherabgestiegen, ein, echter Deutscher des alten Schlages, Andere zubeschämen.

Mögen Deine Nächsten meiner sich erinnern im Guten, und inalter Freundschaft Du beharren wie Dein

Adelbert.r. r. n. ».

*) Neimhausen liegt in der Nähe von Rathenow.

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