Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
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blieb unerfüllt.Irr an mir selber, schreibt er in der Einleitungzur Reise um die Welt, ohne Stand und Geschäft, gebeugt, zerknickt,verbrachte ich in Berlin die düstere Zeit. Da wünschte mir einFreund, ich möchte nur irgend einen tollen Streich begehen, damitich etwas wieder gut zu machen hätte und Thatkraft wieder fände."

So entschloß er sich endlich dem Wunsche seiner Geschwisteruachzugeben*), die ihn schon seit dem Ende des Jahres 1808 zubestimmen gesucht, eine Lehrerstelle an einem französischen Lyceumanzunehmen, und folgte einem Ruf als Professor am Lyceo zu Na-poleonville, den unerwartet im Spätjahr 1809 ein alter Freundseiner Familie an ihn ergehen ließ.

Die nachfolgenden während des Aufenthalts in Berlin geschrie-benen Briefe mögen seine dortigen Zustände vergegenwärtigen; siemögen zugleich zeigen, wie selbst in dieser trübsten Zeit seines Le-bens seine Liebe und Theilnahme für die Freunde dieselbe blieb.

79.

An Fouque.

Berlin ohne Datum. sNovembcr 1807.1

Mein Vieltheurer Pellegrin! Des festen Vorsatzes, über Nenn-hausen zurückzukehren, und des Glaubens an dessen Erfüllung seiDir Bürge dieser zu späte aus Berlin geschriebene Brief. Zürnemir nicht, und vernimm wie es zugegangen:

Ich bin init wunden Füßen nach Hamburg angekommen, undmit wunderen noch, nach vierzehn Tagen fröhlichen Aufenthaltes,außer Stand eine Viertelmeile zu Fuße zu gehen, mit der Berliner

'1 Seine Schwester hatte sich mit der Bitte um seine Anstellung als Pro-fessor an einem Lyceum schon im November 1808 an den Großmeister derkaiserlichen Universität Grafen Fontanes in Parts gewendet, und Lanjuinaisauf Veranlassung Hippolyt's dieses Gesuch unterstützt. Dieses Schreiben wirdals ein Bittgesuch Adelbcrt'S von Chamiffo im 5. Bande des Wcimarschen Jahr-buchs für deutsche Sprache, Literatur und Kunst mitgetheilt; über seinen Ursprunghat Varnhagen in Hoffmann'S Findlingen S. 59. das Richtige vermuthct.