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2 (1789) Von Erd bis Lin
Entstehung
Seite
688
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beträchtlich sind, und die Fruchtbarkeit mehr auf Naße undTrockenheit, als auf Warme und Kälte, ankömmt.Wenn in der heißen Zone eigentlich Sommer seyn sollte,oder wenn sich die Sonne am meisten über den Horizonterhebt, so fällt die Regenzeit ein; die angenehmste Jahrs,zeit aber pflegt diejenige zu seyn, da die Sonne am niedrig-sten sieht.

Die Abwechselung der Jahrszeiten hangt lediglich da-von ab, daß die Ekliptik mit dem Aequator nicht zusam-menfällk, sondern gegen denselben unter einem Winkel von2Zx° geneigt ist; oder was eben so viel ist, davon, daßdie Erde sich nicht ganz nach eben der Richtung um ihreAxe drehet, nach welcher sie ihre jährliche Bahn um dieSonne beschreibet. Eine sehr einfache Erklärung hievonZiebt das kopernikanische System, s. Melrsystem. Fie-len Aequator und Ekliptik in eine Ebne zusammen, sowürde die Sonne stets im Aequator stehen; es würde über-all und immer der Tag der Nacht gleich seyn, und durch-gängig ein beständiger Frühling herrschen.

Da die Erde nicht alle Theile ihrer Bahn mit gleicherGeschwindigkeit durchlauft, so sind auch die JahrSzeitennicht von gleicher länge. Frühling und Sommer daurenbey uns zusammen ohngefahr rg6, Herbst und Winter179 Tage.

Warme, Kalte und Witterung hangen Zwar großen-theils, aber bey weitem nicht ganz, von der Wirkung derSonne ab, sondern richten sich ausserdem noch nach vieler-ley localen und zufälligen Ursachen. Daher werden sienicht durch die Jahrszeiten allein bestimmt, und so kan esim Sommer sehr kalte, im Winter sehr warme Tage ge-ben. Weil die Wirkungen erst dann am stärksten werden,wenn ihre Urfachen eine Zeit lang gedauret haben, so ist esnicht gerade dann am kältesten, wenn die Sonne am nie-drigsten, oder am wärmsten, wenn dieselbe am höchstensteht; vielmehr fällt die geäste '- alte und Hitze erst einigeZeit nach dem Anfänge des Winters und Sommers ein,s.Rlima,