Hyg 671
Herr deSausiure fand, daß ein Cubikschuh Luft, bisaufden 8ten Grad seiner Scale auSgetrocknet, bey 14-15Grad Temperatur nicht mehr als n Gran Wasser aufgelö»sec erhalten konnte, obgleich Lambert Z42 Gran angiebt.Dis Ursache dieses erstaunlichen Unterschieds sucht de S.darinn, daß Lambert nicht auf die Fortdauer des Auödün»stens, wegen des Niederschlags an den Wänden der Ge-fäße, selbst nach erfolgter Sättigung der Luft, Achtunggegeben, und sich allzukleiner Gefäße bedient habe. Infreyer Luft, meint er, sey vielleicht die Menge des Wassersnoch geringer. Wenn die Luft bey 14-15 Grad Tempera-tur von der höchsten Trockenheit zur höchsten Näße über,gieng, so nahm ihre Federkraft um ^ zu, und das Mano-iMler stieg darin von 27 Zoll auf 27 Zoll 6 Lin. Er zeigteinen Weg, durch diese Bestimmungen zur Kenntniß derabsoluten Quantität des in der Luft vorhandenen Wasserszu gelangen, zieht dabey auch den Grad der Wärme inBetrachtung, weil eben dieselbe Luft bey anderer Wärmedas Hygrometer anders afficirt, gesteht aber endlich selbst,daß seineVersuche noch nicht vo! kommen sind, und mehrPrüfung und Berichtigung bedürfen. Dennoch bleibt ihmdas unstreitige Verdienst, zu einer bessern Hygromekrie di»ersten richtigen Gründe gelegt zu haben.
Herr deLÜc (lclec lui bä cneMornloAie, Do.I. 8e6k. 1.ob. z.) hat gegen die Saussürische Bestimmung der festenPunkts, und gegen die Brauchbarkeit des Haares zumHygrometer überhaupt, lviele Einwendungen gemacht.Die größte Feuchtigkeit, glaubt er, müsse nothwendig durchvöllige Einfenkung in Wasser bestimmt werden; zur Aus-trocknung der Luft zieht er den Gebrauch des Kalks vor,und über den Gang der Haarhygrometer bringt er Versuch«bey, nach welchen seine neuern Werkzeuge von Fischbeinallerdings beträchtliche Vorzüge vor den Saussürischen zuhaben scheinen.
Die churpfälzische Akademie der Wissenschaften zu Mann«heim gab im Jahre die Verfertigung harmoni-render Hygrometer als Preisfrage auf. Diesen Preis er-hielt HerrChimmelld, Astronom zu Padua, welcher einen