Druckschrift 
Die Szekler und Ungarn in Siebenbürgen
Entstehung
Seite
35
Einzelbild herunterladen
 

35

Bald ist der letzte Funke ehelicher Zuneigung zerstoben,und das Weibgeht dann auch seine eigenen Wege",Trostbei Anderen suchend". Dann gilt im wahren Sinne das Lied:

Muntres SommerbächleiuRauscht im Winter nimmer:Schatz, mein müdes HerzeSehnt nach dir sich immer.

Abend will es werden,Bald leg" ich mich nieder,Ungeliebten GattenMuß ich Herzen wieder.

Herz' ich ihn: schlaff werdenMeine Arme, beide;

Küß' ich ihn: dann muß ichWeinen stets vor Leides

Haus und Hof ist bald den Gläubigernverpfändet",Noth und Elendguckt aus allen Löchern hervor", und gar balderzählen sich voll Freude die Dorfbewohner, daß N. N.,dergroße Raufbold, hinaus in die Walachei, seine Frau aber beiirgend einer Gutsherrschaft in den Dienst getreten sei". Solch'traurige Geschichten" gehören unter den Ungarn und SzeklernSiebenbürgens leider nicht zu den Seltenheiten. Die Chronikeines jeden Dorfes verzeichnet jährlich einige solcher Fälle.

Geht aber dieWirthschaft ihren guten Weg", dann gedeihtHaus und Hof; die Familie vermehrt sich, und wenn ein Jahrnach dem anderen ausgeklungen, dann hört der von schwererArbeit abends auf der Hofbank rastende Mann das Spielliedseiner Kinderzeit von den eigenen Kindern singen, während dieHausfrau die Ziegen oder Schafe melkt:

Imttaci-s, ILttaä-s U2t u därLuzü,litt axäm vstt s, vLsüron,LsIpsnMu, tslgarasou?

Lsjd anxäm, besä!

Sahst du, sahst du jenes Lamm,Das mein Vater am Markt gekauft,Für halbes Geld, halben Groschen?Melk' es, Mutter, melk' es!

Imttaä-s, lüttnü-s 0,2t u karkast,Li msgstts ast a därän^tILt axäm vstt a väsäronLslpsnssn, tslgarasou?

Lsjä nii^äm, tsjä!

Sahst du, sahst du jenen Wolf,

Der aufgefressen jenes Lamm,Das mein Vater am Markt gekauft.Für halbes Geld, halben Groschen?Melk' es, Mutter, melk' esl

coW)