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Bricht endlich die Nacht heran und zieht sich das jungePaar ins Brautgemach zurück, so beginnt der Polterabend, in-dem die Gäste unzählige irdene Töpfe unter den Fenstern derBrautkammer zerschellen und so lange ihr Gejohle fortsetzen,bis das junge Paar wieder erscheint und durch „frischangezapftenWein die Herzen besänftigt".
Am nächsten Tage werden dann die Sachen der jungenFrau in ihre neue Wohnung mit Gesang und Musik über-führt, wo dann das Gelage fortgesetzt wird und am drittenTage das Hochzeitsfest mit der sogenannten „Lumpensuppe"(Irorllölzcksvsch, einer mit saurer Suppe überbrüten Wurst, ihrenAbschluß findet. —
Bald betritt das junge Ehepaar die Bahn, die seine Elternund Altvordern in Ehren beschritten haben. Schwere Arbeitum kargen Lohn, Mühen und Plagen, Qual und Leiden bleibenihm nicht vorenthalten: immerhin aber gedeiht die „Wirthschaft"unter den Händen der tüchtigen Hausfrau und des fleißigenGatten, der bei schmaler Kost tagtäglich rüstig fortarbeitet, „dasWeib soll nur guter Art sein; für das Uebrige sorgt schonGott", dies ist sein Sprichwort. Ist aber das Weib „nichtvon gutem Schlage" und geht die Wirthschaft den Krebsgang,dann wird der Mann mit der Zeit gewöhnlich ein Sauf- undRaufbold, mit dem das Dorf seine liebe Plage hat; dann hörtman ihn Tag und Nacht in der Schenke singen:
Seit ich in das Joch der Ehe kam.
Ist mein Herz voll Leid und Gram;
Diese Heirath nagt mir an dem Herzen.
Kenne jetzt nur bittres Leid und Schmerzen.
Freund, die Mutter sieh' dir an genau.
Dann erst nimm die Tochter dir zur Frau;
Ist die Alte nicht von gutem Schlage,
Hast du mit der Jungen deine Plage!"
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