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Geldmünze zu zahlen hat. Nach diesem Brauttanz beginnt dasGelage. Bei dieser Gelegenheit hat der Dorfschulmeister undder Hochzeitsbitter bei jeder neuen Speise, die den Gästen vvr-gesetzt wird, einen Vers herzusagen, der des Unsinnigen selbst-verständlich gar viel enthält, z. B. beim Kraut heißt es:
Lustig, lustig ist die Braut!
Lustig sind wir: sehn wir Kraut!
Kraut, o Kraut, du edle Speis',
Billig doch ist heut dein Preis!
Viel zu essen ist nicht geheuer,
Denn daun ist dein Preis sehr theuer:
Müssen daun bei Seite laufen.
Wenn wir auch noch Wein drauf saufen u. s. w.
Eine gewisse Derbheit, die sich an diese Reime knüpft,kann hier weniger als sonst auffallen. Dieselben vielleicht aus„ästhetischen Gründen" stillschweigend zu übergehen, hieße eingutes Kapitel der Volkskunde naserümpfend überschlagen. „DasVolk trägt eben keine Handschuhe und sein Wort kann un-sauber sein; aber es giebt Barbaren in lackirten Stiefeln, undderen Wort ist glatt und schlüpfrig zugleich." Und „steigt dannder Wein in den Kopf" der Leute, so nehmen die „Begrüßungs-reime und Segnungsformeln" gar kein Ende. Sie sind, wiebei jedem Volke, wegen ihrer Alltäglichkeit und Abgenütztheitselten wörtlich zu nehmen, „vielmehr in der Regel als ver-stärkter Ausdruck der Bewunderung auszufassen". Eltern undUreltern, Kind und Kegel, Haus und Hof des Mannes, demder Trinkspruch gilt, werden dabei „gesegnet". Bewunderungs-würdig erscheint dabei „die ruhige Gelassenheit, mit welcher sichein Bauer bei Trinksprüchen dicke Schmeichelworte ins Gesichtsagen läßt". Die Sache erklärt sich aber dadurch, daß dergroße Wortschwall kaum einen höheren Werth hat, als unsereabgedroschenen Redensarten: „ich habe die Ehre, Ihr gehorsamerDiener, u. s. w." ^
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