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Zu hoher Lust und ZeitvertreibNimmt er es sich nun zum Weib!
Glück und Heil ini ganzen LebenSoll Gott ihnen Beiden geben!
Montag wird die Hochzeit sein.
Lad' dazu euch Alle ein!
Hierauf hält er eine Lobrede auf die Brautleute und ihre Ver-wandtschaft. Die Geladenen nehmen gar sittig und bescheidendie erwiesene Ehre der Einladung an und bewirthen den Hoch-zeitsbitter mit dem Besten, was ihr Vorrath vermag, gebenihm Geschenke für die Brautleute, die in Eiern, Brot, Käse,Schmalz, Mehl, Geflügel u. dergl. bestehen, und setzen ihm oftso gewaltig mit Trinken zu, daß er nicht selten Mühe hat,wieder den Heimweg zu finden.
Während der Woche vor der Hochzeit muß die Braut ihrWaschwasser jeden Tag auf einen Rosenstrauch gießen, damitsie „in der Ehe gesund bleibe und durch ihre Schönheit denGatten erfreue". Gut ist es, wenn sie abends, auf einem Kreuz-weg stehend, gen Himmel eine Handvoll Linsen wirft und dieWorte spricht: „Schöner Mond, ich grüße dichl Schönsteraller Schönen! Bald wird meine Hochzeit sein, Kinder sollenuns bald erfreu'n!" Dann wird ihre Ehe fruchtbar sein. Indieser Woche tragen in einigen Ortschaften die Bräute Haareeines weißen Hundes am bloßen Leibe, um dadurch den zu-künftigen Gatten „zahm und treu zu machen". Wenn derBräutigam in dieser Woche vom Besuche seiner Braut heim-kehrt, so ist es gut, wenn diese eine seiner Fußspuren schnellausgräbt und die Erde ihm nachwirft; dadurch bewirkt sie, daßspäter ihr Mann, wenn er vom Hause abwesend ist, sich stetsnach seinem Weibe sehnt. Und zweifelt sie gar an der Liebeihres Bräutigams, so trachtet sie eines seiner Fußlappen habhaftzu werden, den sie zerstückelt, unter Beigabe von einigen Tropfen
ihres Menstruationsblutes kocht und dann unter Speiseabfälle
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