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getroffen, die nach dreimaligem „Aufgebot" in der Kirche, nachdrei Wochen, vom Tage des „Anfagens" beim Pfarrer gerechnet,abgehalten wird.
An die häuslichen Feste: Hochzeit, Taufe und Begräbnisseknüpften sich bei allen Völkern schon in grauer Vorzeit gewisseZeremonien, welchen das Volk einen besonderen Werth beilegteund die sich daher in mehr oder minder verkümmerter oderveränderter Weise zum Theil noch bis auf unsere materialistischangehauchte Zeit unter dem Landvolk forterhalten haben. DieHochzeitsgebräuche sind eben diejenigen, an welchen das Landvolküberall noch am zähesten hält und die es sich nicht durch diemoderne skeptische Bildung und Mode verkümmern und nehmenläßt. Die Hochzeit ist dem hart arbeitenden gemeinen Mannegewissermaßen das einzige, das höchste Fest im Leben, dieeigentliche „hohe Zeit" desselben; darum muß schon die Ein-ladung der Hochzeitsgäste mit einem gewissen umständlichen undschwerfälligen Zeremoniell erfolgen, dem natürlich überall derselbeGrundgedanke, daß es sich um ein hohes, mit Scherz und Ernstgemischtes Fest, um einen hohen Ehrentag für Brautleute undGäste handle, zu Grunde liegt. — Bei den Ungarn und SzeklernSiebenbürgens sendet der Bräutigam eine Woche vor der Hoch-zeit einen Burschen, den „Hochzeitsbitter" aus, um die Gästezum Feste einzuladen. Gewöhnlich ist es ein Bursche, der als„großer Redner und Versemacher" bekannt ist. Der Hochzeits-bitter kennzeichnet sich schon von weitem durch mächtige Sträußevon natürlichen oder künstlichen Blumen, die er am Hut undauf der Brust trägt, und durch einem langen, mit Blumen undbunten Bändern gezierten Stock. In jedem Hause, in das ereintritt, muß er einen Vers und eine Rede hersagen, womit erseine Einladung anbringt, z. B.:
N. N., mein guter Kamerad,
Ein Täubchen sich gefangen hat;
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