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Warum fragst du, Mutter, liebe: was mir fehlt?
Niemand kennt mein tiefes Leid auf dieser Welt,
Mädchen welken gleich den Blumen, gleich den kleinen,
Wenn ihr Herze krank, sie bittre Thränen weinen,
Brauner Bursch', mein treulos Lieb, nur du alleinBist die Schuld an meinem Leid und meiner Pein;
Liebtest mich, so lang' die Rosen glühend sprossen,
Doch jetzt hast du treulos mich von dir gestoßen,
Brauner Bursche komme dann zu meinem Grab,
Wenn ich einst die letzte Ruh' gefunden Hab';
Pflanze Röslein roth, dann auf den Ort, den Küstern,
Daß sie dir von meiner Lieb', der treuen, flüstern,^
Jetzt essen sie zu Ostern sogar rothe Eier miteinander, einZeichen, „daß sie sich für Tod und Leben geeinigt haben".Auch haben die Weiber erfahren, daß die Maid das erste Eieiner schwarzen Henne bis aus Öfterst aufbewahrt und dannroth gefärbt habe, worauf sie dasselbe heimlich im Hofe ihresheimgekehrten Geliebten vergraben habe, damit sie ihn binnenJahresfrist „mit einem Söhnchen beschenke". Und die Weiberhaben sich auch nicht getäuscht; denn am dritten Ostertag schicktder heimgekehrte Bursche einen älteren Verwandten zu denEltern der Maid und „verlangt diese zur Frau". Wird sieihm zugesagt, so muß der Bursche sofort bei der Maid er-scheinen und mit den Eltern derselben „die Kleinigkeiten desLebens" (apro esexrö ckolZnit), d. h. die Mitgift besprechen.Ist diese Angelegenheit geordnet, so geht der Bursche zum Dorf-notar, um die zur Trauung nöthigen Schriften ausstellen zulassen. Auf dem Wege zum Dorfuotar muß er die Glückwünscheder Leute entgegennehmen und womöglich mit einem Jeden einGläschen Branntwein „zu Segen und Frieden" leeren. KeinWunder also, daß er erst am dritten oder vierten Tage beimNotar anklopft und sich dann zum Pfarrer begiebt, um seine
„Heirath anzusagen". Nun werden Vorkehrungen zur Hochzeit
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