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nach Herzenslust, um dann am nächsten Tage abermals derArbeit die ganze Woche hindurch obzuliegen. Nur die Karwochebildet eine Ausnahme hiervon, wo „Jedermann feierlich rastet"und die Weiber sich für den Karfreitag zur Gewinnung vonallerlei Zaubermitteln vorbereiten. Der Karfreitag ist in diesenGegenden eben ein Tag der rechten Aprilschauer. Ein kalterWind rüttelt an dem Fenster und jagt schwere Wolken durch-einander, welche bald die Sonne ganz verdecken und dann wiedersie voll und klar ihr Licht auf die Landschaft ansstrahlen lassen,die bei ruhigem grauen Firmament in der richtigsten, wahrenGolgathastimmung erscheint. Kein Wunder, wenn gerade andiesem Tage trübsinnige Gedanken die Seele der Menschen indieser weltfernen Einsamkeit beschleichen. An diesem Tage wirdauch die zu verschiedenen Heilmitteln (Fieber, Hundebiß, Wundenu. s. w.) verwendete Wurzel des sogenannten „großen Krauts"(atropa. dkllaäonna) ausgegraben. Vor Sonnenaufgang gehtder Betreffende hinaus an den Ort, wo diese Pflanze wächst,und entkleidet sich; dann zieht er einen Kreis um die Pflanzeherum und zeichnet einige Kreuze in .die Kreisfläche, wprauf er,ohne ein Wort zu sprechen, die Wurzel ausgräbt und an ihreStelle einen Bissen Brot, in den ein Pfefferkorn und etwasSalz eingeknetet ist, „für den Teufel" legt, wobei er einVaterunser zu sprechen hat. Bei dieser Gelegenheit kann manauch die in der Umgebung wohnhaften Hexen sehen, wenn maneine Egge, mit den Zinken nach oben gekehrt, auf die Stellelegt, wo man vorher die Wurzel ausgegraben. Sieht mannun, auf dem Bauche liegend, durch die Zinken, so erblickt manin der Ferne die Hexen, die „Speck essen und Schweinefetttrinken". Doch muß man während dieser Zeit ein StückchenKnoblauch im Munde halten, sonst wird „man vom Teufelerwürgt". Strenges Fasten wird an diesem Tage nicht nurvon den katholischen Szeklern, sondern auch von den zum
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