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Begleitung der erwählten Taufzeugen sofort zum Pfarrer, woder Pathe in langathmiger Rede die bevorstehende Taufe des„allerliebsten Samenkörnleins" anzeigt. In einigen Dörfernherrscht der Brauch, das Kind von dieser Zeit an bis nach dervollzogenen Taufe weder zu küssen, damit man ihm dadurchnicht „die Seele entlocke", weder auf den Erdboden zu legen,damit es nicht „abwärts in die Erde wachse", d. h. sterbe, nochdasselbe auf Tisch oder Bett zu legen, damit es im Leben keinen„Brotmangel" und keine Krankheiten zu erleiden habe. Kurzvor dem Gang zur Taufe reißt die Mutter ein Härchen desKindes aus und geht damit, ohne sich umzukehren und hintersich zu blicken, weil sie sonst die Hauptmomente des zukünftigenSchicksals ihres Kindes sehen könnte, — zu einem Hollunder-strauch, von dem sie ein Zweiglein abbricht und, die Rinde des-selben aufschlitzend, unter dieselbe das Härchen ihres Kindesschiebt, indem sie, gegen Osten gewendet, das Zweiglein in dieErde steckt und sagt: „10 ist nicht 10, 9 ist nicht 9, 8 ist
nicht 8, 7 ist nicht 7- —bis: 1 ist nicht 1. Dann sollst
du Hexe mein Kind verfolgen, wenn ich dies Zweiglein aus derErde ziehe. Du sollst dich von hier entfernen, so lange ich nochhier bin. Wenn dich der Sonnenaufgang (implölMts) noch hierfindet, soll dich der Sonnenuntergang (impnMZta) von hier ver-treiben; wenn der Sonnenuntergang dich hier findet, soll dichder Sonnenaufgang von hier vertreiben!"" Während nun dieMutter in Stall und Hof noch die Hausthiere abfüttert, wobeisie bei jeder Handvoll Futter den Thieren zuflüstertr „Bet' auchdu für mein Kindl" —- rüstet die Pathin das Kind zur Taufeaus, indem sie es in neue Windeln legt und in einigen Ort-schaften auch einige Körner Hirse und Bohnen unter das Obertuchdes Kindes steckt, damit es „reich und fruchtbar" werde. Gutist es, das Kind vor dem Taufgange mit Stutenmilch zu waschen,
damit es an Körper und Geist „ansdauernd und stark" werde.
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