II
Diese drei „Fräulein" entsprechen den deutschen „dreispinnenden Mareien", den germanischen Normen, die dem Menschenbei seiner Geburt den Schicksalsfaden spinnen. Wie es imDeutschen eine weiße, schwarze und eine eiserne Bertha giebt,eine gute Spinnerin und eine verfluchte, eine „Frau Breite mitder eisernen Nase", im Französischen eine keine xeckaugue,reging. pecle anea, die mit dem Platsch- und Gänsefuß, Lertlrean prancl pieä, und wie auch die drei deutschen Mareien einähnliches Maß von Körperschönheit und Herzensgute und hin-wieder von Häßlichkeit und Hexenhaftigkeit einhalten, so spinnendie beiden „guten" auch im Volksglauben der Szekler demKinde das „seidene Kleid", während die dritte, die vasorrü,„die mit der eisernen Nase", Weidenruthen schneidet; diese drittewechselt auch das neugeborene Kind aus, indem sie an seineStelle einen „Wechselbalg" hinlegt? Um sie daher von derGeburtsstätte ferne zu halten, wird während der Geburt Hafer-stroh zu einem Bündel gewunden ins Herdfeuer geworfen.Lange vor der Geburt sorgt die zukünftige Mutter, daß ihrKind nicht „ausgetanscht" werde. Sobald sie sich Mutter fühlt,geht sie jedesmal bei Vollmond hinaus ins Freie, und gegen dieMondscheibe dreimal ausspeiend, sagt sie dreimal:
82Snt Nüris. üraksrwii^,vslem s, bs^baii;Ovjsll meg magöatom,üössöii mivt a Iiolcl!
Heilige Maria, Herrin,
Sei bei mir in der Noth!Beschütze meine Leibesfrucht,Wachsen soll sie wie der Mond!
Die heilige Maria spielt überhaupt in Geburtssachen einegroße Nolle. So legen z. B. kinderlose Weiber Marienbilderin ihr Lager, damit sie fruchtbar werden. Will sich das WeibGewißheit über ihren Zustand verschaffen, so sticht sie eineNadel in ein Marienbildchen und läßt dieselbe neun Tage langdarin stecken; wenn nun am neunten Tage an der Nadel keineRostflecken bemerkbar sind, so befindet sich das Weib im normalen
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