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Allgemeinheit neuerer Kultur immer mehr und mehr in denHintergrund treten und mit der Zeit gänzlich verschwinden, oderjetzt schon zum größten Theil dem Volksbewußtsein entschwundensind. Je mehr die fortschreitende Kultur alte volksthümlicheSitten und Gebräuche aus den an der Eisenbahnlinie und ander Heerstraße gelegenen Städten und Dörfern Siebenbürgensverdrängt, um so interessanter ist es, in eben diesem Lande auchausgedehnte Gebiete und abgelegene Winkel zu finden, wo sichdergleichen Formen und Aeußerungen des Volksgeistes durchviele Jahrhunderte hindurch bis auf den heutigen Tag nochvöllig rein erhalten haben.
Von besonderem Werth für die Volkskunde — weil so-zusagen noch gar nicht bekannt — sind die Sitten und Gebräucheder Ungarn und Szekler Siebenbürgens, die hier, umgeben vondeutschen und rumänischen Elementen, uralte Nationaleigen-thümlichkeiten noch unverfälscht bewahrt haben. Die Ungarn,welche das Hügelland und die Ebenen in der Mitte des Landesbewohnen, sind schon der Ueberfeinerung unseres aufgeklärtenZeitalters mehr ausgesetzt gewesen, als ihre Stammgenossen, dieSzekler, welche in den rauhen Gebirgsgegenden der östlichenKarpathen eine Heimstätte gefunden haben. Wenn auch Sitteund Brauch bei Ungarn und Szeklern im allgemeinen dieselbensind, so findet der aufmerksame Beobachter doch im Grundwesenderselben einen Unterschied, der schon durch die Umgebungbedingt ist. Die Wasserscheide des Kokelflusses kann als ethno-logische Grenze zwischen beiden Völkerschaften angenommenwerden. Diesseits ist blühendes Leben in fröhlicher Frühlingsluft,der hellglänzende Buchenwald und die tiefdunklen Tannen umgebendie Städte und Dörfer der Ungarn; und drüben ragen diefinsteren und verschlossenen Höhen empor, wo die kleinen Ort-schaften der Szekler versteckt liegen in den Thälern und Schluchtender himmelanstrebenden Gebirge, deren Gipfel Schnee deckt.
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