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Ueber die Volksdichtung der Römer
Entstehung
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Doch über Entstehung und Entwickelung der römischenKnnstdichtung ist in der Einleitung der erwähnten Arbeit aus-führlich gehandelt worden.

Entsprechend der geringen Pflege, welche die Poesie in dendrei ersten Jahrhunderten der Republik zu Rom fand, ist dieThatsache, daß für alle Dichtungsarten ohne Unterschied einMetrum genügte (wenigstens läßt sich die Benutzung anderernicht erweisen), nämlich das satnrnische oder faunische. JenenNamen hatte es (zur Bezeichnung seines grauen Alters) vonSaturnus, der, nachdem ihn Jupiter entthront, in Latium ge-herrscht haben sollte, diesen von dem Gott der Felder undWälder, Faunus, dem es zur Verkündung seiner Orakel diente.

Es war gebaut, wie alle Verse der Römer und Griechen,mit strenger Beobachtung von Länge und Kürze, nur mit ge-wissen durch die damalige Anssprache des Latein bedingtenModifikationen der Quantitäten, wie solche auch bei den ältestenDramatikern der Römer sich finden.

Während das ursprüngliche Metrum der Griechen natur-gemäß daktylisch war, besteht der Saturnier, entsprechend demBau der lateinischen Sprache, aus Jamben und Trochäen.Seine ursprüngliche Gestalt zeigt das folgende Schema:

So begann die lateinische Odyssee des Livius An-dronicus:

Den Mann, den listenreichen, j künde mir, Camene!

Allein solche ganz rein gehaltene Verse finden sich nirgends.Zunächst war es erlaubt, überall statt der kurzen Senkung einelange zu verwenden, wenn dies auch nach dem Einschnitt hinter

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