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Brautpaar vor der Vermählung empfangen, und auch nachder Zeremonie erschallten Sänge zu seiner Ehre, nicht immerbesonders feine und züchtige. — Noch von dem genialsten Dichterder nachklassischen Zeit, Claudianus, sind kurz vor dem Zusammen-bruch des Römerreichs „Fescenninen" verfaßt zur Vermählungdes Kaisers Honorius mit Maria, der Tochter seines VormundsStilicho, von denen der letzte trotz alles Wandels der Jahr-hunderte und Sitten, trotz Hofetiquette und Christenthum lebhaftan den Muthwilleu und Uebermuth erinnert, der in CatullsGedicht auf die Hochzeit des Manlius und der Vinia seinWesen treibt.
Am besten sind wir über die dritte Art des altrömischenDramas unterrichtet: die At'ellane, nur daß deren Name nochheute nicht genügend erklärt ist. Die Alten bezeichnen sie oftals „OsouM luäioruru", als eineSpielgattung, die ausCampauien,dem Sitz der ausgelassenen und sittenlosen Osker, nach Latiumeingewandert sei. Ja, der Geograph Strabo, in Sachen derrömischen Litteratur freilich eben so unzuverlässig wie alleanderen Griechen, behauptet, es würden noch in seiner Zeit(um 15 n. Ehr.) Stücke in oskischer Mundart in Rom auf-geführt. — Allein solches ist überhaupt nie geschehen, amwenigsten damals, wo diese sogar in ihrer Heimath erloschenwar. — Der Inhalt der Atellanen war, ähnlich wie bei denFescenninen, hahnebüchen, burlesk, gemein, oft bis zur Unfläthig-keit. Doch scheint in denselben mehr das persönliche Elementdes Spottes und Schimpfes zurückgetreten zu sein, und diesmöchte der Unterschied zwischen den beiden Dichtungsarten sein.— Entsprechend jener Besonderheit war es, daß in der Atellanewie im Volkslustspiel des neueren Italiens stehende Charakter-masken wiederkehrten, besonders der Maccus, unserm Hans-wurst oder Harlequin vergleichbar, der Bucco (von „bnoos,",dem volksthümlichen Ausdruck für Mund), ein Parasit, ebenso
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