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Ueber die Volksdichtung der Römer
Entstehung
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So entstanden die drei ältesten Arten des römischen Dramas,wohl zu scheiden von den seit dem Jahre 240 durch LiviusAndronicus eingeführten Nachahmungen der Griechen: Satire,Fescenninus, Atellana..

Ueber das Wesen der Satire kursiren noch heute viel irrigeMeinungen, was nicht zu verwundern, da selbst die Altendarüber viel Unklares oder Falsches berichten. Meist wurdediesatui-a« von dem griechischen abgeleitet. Danach

sollte diese Dichtungsart, die angeblich von den üppigen undüberm üthigen Begleitern des Bacchus ihren Namen hatte, ganzdem Scherz, Spott und Muthwillen gewidmet sein, ähnlich demsatyrischen Drama der Griechen.

Allein dem widerspricht zunächst der Umstand, daß der-gleichen Stoffe unzweifelhaft die Domäne der Fescenninen waren,ferner die Thatsache, daß die Satiren des Ennius, des ältestenVertreters dieser Dichtung, von dem wir genaueres wissen, nachden Fragmenten zu urtheilen, mindestens eben so oft Ernstes,ja Erhabenes, als Komisches oder Alltägliches behandelten.Deshalb ist ohne Zweifel vorzuziehen die gleichfalls altüber-lieferte Ableitung des Wortessatura." vonsatur"reich",mannigfaltig",vollgepfropft mit allen möglichen Dingen".Danach sindsaturas" Gedichte buntesten Inhalts, wie er denmannigfachen Bildern alltäglichen Lebens, aus dem sie in echtrömischer Weise ihre Stoffe schöpften, entspricht; auch wohlsolcher, in denen, wie in einem Potpourri, die verschiedensten,selbst entgegengesetzte, Situationen oder Empfindungen vorgeführtwerden.

Die Satiren wurden sicher oft in der Form des Gesprächesresp. Wechselgesanges aufgeführt, wie sie auch noch bei Enniusvielfach erscheinen; ob dies jedoch stets geschah, läßt sich nichtentscheiden. Was den Inhalt anlangt, so war derselbe, wieaus dem oben Gesagten hervorgeht, zwar sehr verschieden, doch