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Ueber die Volksdichtung der Römer
Entstehung
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die Menge zu beruhigen, falls dasselbe verloren ginge, hattenach der Ueberliefernng König Numa jene Kopien Herstellenlassen, die zugleich mit dem echten von den Saliern verwahrtund bei ihren Festziigen durch die Stadt getragen wurden. In anderen Gesängen spielten ohne Zweifel Bitten, Gelübdeoder Danksagungen die Hauptrolle.

Die Lieder der Salier galten, wie schon bemerkt, als dieältesten Denkmale römischer Poesie. Doch waren sie schon amEnde der Republik (vermuthlich selbst viel früher) den Laien,großentheils wohl auch den Priestern unverständlich. Deshalbwurden von den Gelehrten mehrfach Kommentare zu ihnenverfaßt.

Die erhaltenen Bruchstücke kommen nur für den Sprach-forscher in Betracht, nicht in ästhetischer Hinsicht, da wegenihrer Geringfügigkeit und Dunkelheit ein Urtheil über ihrenpoetischen Werth nicht möglich ist.

Das Kollegium der Salier war hochgeehrt bis in die späteKaiserzeit. Ihre Lieder wurden noch gesungen bis ins dritteJahrhundert nach Ehr. Es galt für eine besondere Ehre, wenndie Namen von Kaisern oder Prinzen des Kaiserlichen Hausesden Namen der in den Liedern angerufenen Götter angereihtwurden, wie dies z. B. dem Augnstus widerfuhr. DenSchluß der Zeremonien bildeten Gelage, die wegen ihrerOpulenz sprichwörtlich waren, wie überhaupt die römischenPriester einen guten Tisch liebten.

Minder angesehen, doch ebenso aus vornehmen Kreisenerwählt war das Kollegium dertratrss arvalos", angeblichschon von Romulus gestiftet, welches gleichfalls, wie ursprünglichdie Salier, zwölf Mitglieder umfaßte. Sie hielten vornehmlichim Mai ihre Festlichkeiten mit Tanz und Sang ab, indemsie außer andern Zeremonien im Hain der nur aus ihren Ver-Handlungen bekannten cksn äin, ohne Zweifel einer Schirmerin

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