der Felder und Fluren, wie Ceres oder Ops, Gedeihen derAecker, sonst aber auch gelegentlich von andern Gottheiten allesMögliche erflehten. In der Kaiserzeit betheiligten sie sich, gleichden Saliern, eifrig an den Ovationen für das kaiserliche Haus.— Von ihren Verhandlungen sind in Rom sehr bedeutendeUeberreste aufgefunden worden, die sich vom Jahre 14 n. Chr.bis ins dritte Jahrhundert erstrecken. — Besonders berühmt istein uraltes, aber erst auf einer Inschrift des Jahres 218 n. Chr.erhaltenes Gedicht von 5 je dreimal gesungenen Zeilen, dasAnrufungen der Laren, des Mars und der „ssruuuss" (etwaden Heroen der Griechen vergleichbar) enthält, mit der Bitteum Abwendung einer Seuche. Den Schluß macht die fünfmalwiederholte Interjektion „triuiuxo". ,
Das Gedicht ist merkwürdig, weil es sichere Spuren desältesten Versmaßes der Römer, des saturnischen, von dem nochnachher zu sprechen sein wird, enthält. Durch die Unkenntnißdes ältesten Lateins jedoch, wie sie in der Kaiserzeit herrschte,und die Nachlässigkeit des Steinmetzen ist es so verderbt auf unsgekommen, daß es nur zum Theil verständlich ist.
Außer den seit alter Zeit bestehenden Festlichkeiten undZeremonien religiöser Art wurden oft bei außergewöhnlichenAnlässen Feierlichkeiten veranstaltet und Hymnen zur Ehre derGötter gesungen, die dann im Aufträge des Senates irgendein Dichter verfaßte, so z. B. gegen Ende des zweiten finnischenKrieges der älteste Nachahmer der Griechen, Livius Andronicus.
Bei einem so abergläubischem Volk wie die alten Römerhatten natürlich auch Propheten („vatssZ jeder Art ein dank-bares Handwerk. — Selbst der Staat und die Behördenbenutzten ihre Weissagungen häufig. — Nicht gehören jedochhierher die uralten sibyllinischen Bücher, da sie griechisch und inHexametern abgefaßt waren.
Der Schutzgott der einheimischen Propheten war Fannus,