gleicher Lange ist, und der Nacht entgegengesetzt wird. Diefranzösischen Schriftsteller nennen jenen den natürlichen,diesen den künstlichen Tag.
Der astronomische Tag ist eigentlich die Zeit, bin-nen welcher die Erdkugel eine ganze Umdrehung um ihreAxe vollendet, in der also die Gestirne wieder zu ebender-selben Stellung gegen Horizont und Mittagskreis zurück-kehren. Für die Fixsterne, deren eigne Bewegungen manhiebey vernachlaßigen kan, ist dieses eine immer gleiche un-veränderliche Zeitdauer, der Srerntag oder Tag der er-sten Bewegung, s. Scernzeik. Für die Sonne aber,deren eigne Bewegung beträchtlicher, und nicht alle Tagegleich ist, sind die Zeiten, in denen sie wieder einerleyStellung gegen die Kreise der unbeweglichen Himmelökugelerhalt, oder die wahren Sonnentage, ungleich. EinMittel aus diesen ungleichen Zeiträumen im Durchschnittegenommen, ist der mittlere Sonnentag, s. Son-nenzelt.
Den Anfang des Tages setzen die Astronomen in denMittag, d. i. in den Augenblick, da der Mittelpunkt derSonnenscheibe durch den Mittagskreis geht. Von diesemZeitpunkte zählen sie bis zum folgenden Mittage 24 Stun-den in ununterbrochener Reihe, welches also wahre Son-nenstunden sind, nach welchen die Zeitpunkte der astrono-mischen Beobachtungen angegeben werden.
Der bürgerliche Tag wird bey den europäischen Völ-kern fast durchgängig von Mitternacht angefangen. Sohaben ihn schon die römischen Priester u. a. (klm. Ig. bL.II.77.) gerechnet, daher es nicht wahrscheinlich ist, daß diechristliche Kirche bey dieser Wahl auf die nächtliche Zeitder Geburt Christi gesehen habe. Man zählt, wie be-kannt, die Vormittagsstunden bis rs, und fängt mit denNachmittagsstunden eine neue Reihe an. Daher treffendie letztem Stunden mit den astronomischen zusammen;in den Vormittagsstunden aber sind beyde um 12 ausein.ander; wenn z. B. die bürgerliche Zeitrechnung den i8tenJul. früh 9 Uhr zahlt, so hat die astronomisch« die ListeStunde des i? Jul. vollendet.
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