Druckschrift 
4 (1791) Von See bis Z : mit sechs Kupfertafeln
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Physikalisches Wörterbuch

oder

Versuch einer Erklärung der vornehmsten Begriffeund Kunstworte der Naturlehre, in alphabeti-scher Ordnung.

See, s. Meer.

Sden, Landseen, I^scu«, 8taZns, Lar/, LkM.A/.Diesen Namen führen die stehenden Gewässer mitten imLande, welche in keiner sichtbaren, wenigstens keiner ummittelbaren, Gemeinschaft mit demWeltmeere stehen. Mantheilt sie gewöhnlich in eigentliche Seen und Sümpfe,wobey man unter den letztcrn diejenigen versteht, welche garkeinen sichtbaren Abfluß haben. In diesem Sinne ist dassogenannte kaspische Meer ein Sumpf. Anders Schrift-steller, z. B. Lulofs, nennen Sümpfe (psiuäez) nurdiejenigen Sammlungen von Wasser, die durch Vermi-schung mit erdigten Thcilen einen Theil ihrer Flüßigksitverlohren haben. Von diesen werde ich bey dem WorteSümpfe handlen.

Die eigentlichen Seen (Isen«, Zar/)mit sichtbaren Ab«flössen verändern gewöhnlich ihre Höhe zu verschiedenen Zei-ten des Jahres, je nachdem sich die Menge der Zuflüsse unddes Niederschlags aus dem Luftkreise ändert. Bey Seen,welche ihre Zuflüsse aus entlegnen Orken erhalten, kömmtes nicht blos auf die Witterung in den nächsten Gegenden,sondern hauptsächlich auf die Veränderungen in den Gebir-gen an, aus welchen die Seen das Wasser empfangen.Daher können Seen sehr «»wachsen, wenn der Schnee aufden Gebirgen zerschmelzt, ohne daß man in ihrer Nachbar-schaft Regen oder Nasse bemerkt. Der Genfersee ändertseine Höhe im Jahre oft auf 12 bis 16 Fuß, steigt gewöhn,lich vom Ende des Jänners bis zum Julius oder August,und nimmt in dem übrigen Theils des Jahres nach undnach wieder ab, welches ohne Zweifel von dem Schmelzen

A