Z4 Seh
ziemlich deutlich mitsehen, die nicht über 45° von der Au-genoxe ringsum obliegen. Daher wird der größte Sebe-rvinkel, den dos Auge auf einmal mit Deutlichkeit fassenkan, insgemein--und so angenommen, daß auf jederSeite der Augenoxe eineHelste davon liegt, s. Gesichtsfeld.
Die Sehne eines Kreises erscheint jedem Auge, das imUmfange des Kreises steht, unter einem gleich großen Se-hewinkel, weil alle Winkel an der Peripherie, die diese Seh«ne überspannen, einander gleich sind. Man nimmt dies fürdie Ursache der Gestalt an, welche die Alten ihren Amphi-theatern gaben.
Dennoch richtet sich unser Urtheil von der Größe derDinge nicht nach dem Sehewinkel allein. Versteht manalso unter scheinbarer Grösse den Begrif, der sich auf unserUrtheil gründet, so ist dieselbe nicht mehr mit dem Sehe-winkel einerley. In diesem Sinne ist scheinbare Größe et-was sehr unbestimmtes , das von willkührlicher Schätzungabhangt, da hingegen der Sehewinkel in jedem Falle be-stimmt ist, s. Größe, scheinbare.
Smitb's vollst. Lehrbegrif der Optik, durch Rästncr, S.29. § x>7-»S. 502. §. 6g u. f.
Pritsiley Geschichte der Optik, durch Rlügel, S. 484.und f.
RästnerAnfanqsgr. der angewandten Mathem. Gört. 1780.8. Optik. H. go u. f.
SHUNgSööZkll, ^icuz vilwm'r.
Unter dem Sehungsbogen eines Sterns versteht man diegeringste Tiefe der Sonne unter dem Horizonte, bey wel-cher der Stern sichtbar ist. So lange die Sonne über demHorizonte ist, verdunkelt ihr ungemein starkes Licht denGlanz der übrigen Gestirne. Nur den Mond und die Venuskan man unter vorteilhaften Umständen (d.i. wenn sie starkerleuchtet werden, der Sonne nickt zu nahe sind, und diesenicht allzuhoch steht) bey Tage sehen. Die übrigen Ge-stirne werden erst nach Sonnenuntergang sichtbach undzwar desto eher, je beträchtlicher ihre scheinbare Größe undje stärker ihr Licht ist.