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4 (1791) Von See bis Z : mit sechs Kupfertafeln
Entstehung
Seite
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Seh iz

unterscheiden können. Nach der Operation reichten den,noch seine schwachen Begriffe von Farben nicht zu, sie ihmnoch kenntlich zu machen , und er hielt sie nicht mehr fürdiejenigen, die er zuvor unter diesen Namen gekannt hatte.Die lebhaftesten Farben gefielen ihm am besten, und Schar-lach schien ihm unter allen die schönste; Schwarz mißfielihm , und er brauchte einige Zeit, um sich daran zu ge-wöhnen. Von den Entfernungen wüste er so wenig zu ur»theilen, daß er vielmehr glaubte, alles, was er sähe, berühr,te sein Auge so , wie das, was er fühlte, die Haut. Obihm gleich glatte und regelmäßige Formen angenehm wa-ren, so unterschied er doch keine Gestalten ohne Mühe undohne wiederholte aufmerksame Betrachtung. Er lernte ineinem Tage tausend Dinge und Namen kennen, derenVerbindungen er wieder vergaß und verwechselte; es bau.reke z. B. sehr lange, ehe er durch das Gesicht allein denHund und die KaHe unterscheiden lernte. Er verwundertesich sehr, daß die Sachen, die seinem Gefühl am ange-nehmsten geschienen hatten, nicht auch seinen Augen am be-sten gefielen: er hatte erwartet, die Personen , die er ammeisten liebte, sollten am schönsten auösehen, und was ihmam besten schmeckte, sollte auch das Gesicht am meisten rei-zen. Gemälde sähe er anfänglich nur als bunte Flachenan; als er aber nach zween Monaten plöhlich die Entde-ckung machte, daß sie Körper mit erhabnen und vertieftenTheilen vorstellten, war er nicht wenig erstaunt, daß siesich dennoch eben und glatt anfühlten, und fragte, welchervon seinen Sinnen Der Betrüger sey, ob das Gesicht oderdas Gefühl.

Im Anfänge hielt er alles für sehr groß; als er übergrössere Sachen sähe, hielt er die vorigen für kleiner, undkonnte sich nun keine Dinge ausserhalb der Grenzen, die ersähe, vorstellen. So wüste er, daß das Zimmer ein Theildes Hauses sey, konnte aber nicht begreifen, daß das Hausgrösser auösehen könne, als das Zimmer. Vor der Ope-ration versprach er sich nicht viel Vorkheil von derselbe»,weil er nicht begrif,was der Sinn desGesichtö zur Vermeh»rung seiner Glückseligkeit beytragen könne; nachher aber