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nerley Stelle. Hieraus entsteht undeutliche Empfindungder Grenzen, welche in einander zn laufen scheinen, und soist das undeutliche Bild im Auge nothwendig mit Undeut-lichkeit des Sehens selbst begleitet.
Mir wenigstens scheint diese Vorstellungsart die Sacheganz deutlich zu machen. Dennoch will ich sie niemandals ausgemachte Wahrheit aufdringen, noch weniger miranmasten, eine Erklärung über die Art und Weise zu ge-ben, wie die Empfindungen des Lichts durch die Nerven derSeelemikgetheilt werden, worüber es wohl am besten ist, ganzzu schweigen, so lang wir noch nicht wissen, wie das Mate-rielle überhaupt auf den Geist wirken kan.
Diese Empfindungen aber, die in Absicht auf Ord-nung, Gestalt, Grösse und Deutlichkeit derTheile mit demBilde im Auge übereinstimmen, sind doch für sich alleinnoch nicht hinreichend, uns alle die Vortheile zu gewähren,die wir durch den unaussprechlich wohlthäkigen Sinn desGesichts in der That erhalten. Sie sind an sich nur Zei-chen, welche die Seele erst mit andern Begriffen verbin-den, und worüber sie Urtheile fallen muß. Erst diese Ur-theile belehren uns über die Beschaffenheit der ausserunserm Auge befindlichen Körper. Die Fähigkeit, sol-che Urtheile zu fallen, erlangt der Mensch durch Verglei-gleichung des Gesehenen mit dem, was ihn die andsrn Sin-ne lehren, und vorzüglich mit den Empfindungen des Ge-fühls. Schon in der frühsten Kindheit fängt diese ersteBildung und Uebung der Urtheilskraft an, weit eher, alsdie Seele sich dessen, was in ihr vorgeht, nur einigermas-sen deutlich bewust ist. Hieher gehört der fast unwidersteh-liche Trieb der Kinder, alles, was sie sehen, zu befühlen»Endlich bildet sich durch solche Uebungen ein Vermögen,über Dinge, die dem Auge täglich vorkominen, und oftmit dem Gefühl verglichen worden sind, schnell und rich-tig zu urcheilen. Dies wird endlich zur Fertigkeit, undverwebt sich so innig mit dem Sehen selbst, daß wir zuletztnichts mehr sehen, ohne zugleich ein schnelles Urtheil überEntfernung, Grösse und übrige Beschaffenheit des Gesehe-nen zu fällen. Man gewöhnt sich so sehr an dieses Urchei-