Druckschrift 
3 (1825)
Seite
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»Wenn es ein Verbrechen ist, Gott Wort zu halten,»so habe ich freilich tausendfach den Tod verdient,» fie-len ihm heiß auf die Seele, und wider seinen Willen,wiederholte er es oft in seinem Innern. Traurig, un-ruhig, mit sich selbst kämpfend, wendet er sich tau-sendmal auf dem Throne herum, will aufstehen, undkehrt zu seiner ersten Lage zurück, so daß man deut-lich die Qual, welche seine Seele litt, bemerken konnte,endlich befahl er. Alles einzustellen. Das Volk ver-wunderte sich; die Gefangenen wurden zum zweiten-male vor den Thron gerufen; und der Hauptmannder Garden machte im Namen des Fürsten bekannt,wenn Jemand etwas zu Gunsten dieser Verurtheiltenwüßte, solle er es in seiner Gegenwart erklären, da-mit die Unschuld nicht bestraft würde. Da traten ausden Gliedern diejenigen Soldaten hervor, welche Efi-genia geführt hatten, und nach den ln diesem Landegebräuchlichen Ehrfurchtsbezeugungen, erklärten sie,mit einem Schwure bei dem Grabe des heiligen Pro-pheten, daß es nicht dieser, sondern ein weit jüngererMensch sey, den sie in den Kerker geführt, daß sieniemals Miseno im Kerker, noch mit Efigeniasprechen gesehen. Der Sultan war ganz erstaunt, alser dieß hörte; nach allen Fragen und Forschungen fin--det er immer dieselbe Wahrheit; dann wendet er sichzum Angeklagten:

Ich muß Euch glauben, Miseno, weil EureWahrheit so klar scheint wie die Sonne; wo ich Euch