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Leidenschaften, mußte cS nun auch von Andern werden.Mein Unglück/ daß mich auf der Erde Herumtrieb, inVerfolgung meiner thörichtcn Gedanken, verbarg mirdas Licht der Vernunft, um mich in die größten Irr«thümer zu stürzen; aber jetzt hat sichj dieses Licht mirauf einmal offenbart, um mich mit meinem eigenenschrecklichen Verbrechen zu strafen. Nein, gnädigsterHerr! ich kann diesen schrecklichen Anblick nicht ertra«gen; und bitte Euch deshalb um die besondere Gnade,Ihr wollet mir den Tod gewähren, denn ich kannMiseno nicht sehen, (sein Name war mir bis hiehinverborgen) ohne in dem Hellen Spiegel seiner Tu-gend, zugleich das schreckliche Gemälde meines Ver-brechens zu erblicken, und werde in jedem Augenblickemeines traurigen Lebens dahin sterben. Ich weißwohl, daß jede Strafe meinem Verbrechen angemes-sen ist; aber meine schwache Seele unterliegt der Lastmeiner Verbrechen, und kann mir nicht Kräfte zu demHeldenmuthe geben, diese Qual zu ertragen. Es istmir, als sähe mich der Himmel mit Abscheu an, alsöffnete sich mir die Erde; die Guten verabscheuen mich,die Bösen spotten meiner, mein Blut verdammt mich;genug, der Tod kann meinen Leiden ein Ende ma,chen; nicht der gewaltsame Tod, welcher nicht fähigist, das Verbrechen eines Unglücklichen abzuwaschen,sondern der freiwillige Tod, um den ich aus Gerechtigkeitbitte, und den Ihr mir, gnädigster Herr, gerechterWeise nicht versagen könnt; denn Niemand hat ihn