Druckschrift 
3 (1825)
Seite
98
Einzelbild herunterladen
 

68

-che»: alle Vorsicht empfohlen, und gesagt hatte, daßMan sich vor einem so überaus unternehmendenKopfe,wie Miseno, in Acht nehmen müsse, wieder den größ,ten Verdacht. Anderer Seits konnte die Kaiserinn nichtglauben, daß dieser Mann einer solchen Abscheulichkeitfähig wäre, und suchte alle böftn Gedanken vom Kai«scr zu entfernen; dann und wann'über stimmte sie dochmit ihm überein. Wie dickbelaubte hohe Pappeln, welcheauf dem Gipfel des Berges dem wüthendcu Windeausgesetzt, unaufhörlich nach den entgegengesetzten Rich-tungen schwanken, am Ende,/Nachdem sse heftig gegeneinander geschlagen, doch, wieder ruhig mit cinandebsich vereinigen;-'so wurde auch das Kaiser-Paar vonseinen Gedanken cheunruhigb; und mm Hinter die Wahr,heit zu kommen, faßten sie den Entschluß,.denGefan«genen zu sage», daß ihr Verbrechen schon bekanntwäre, und sie ohne Gnade verurthcilt würden; um zusehen, ob ihr Gewissen sie beunruhigte, oder ihreSprache sie verriethe. Neukasis, welcher die Thüre zuseinem Glücke offen fand, schmiedete, um den. Kaiserin dem Gedanken an die Verschwörung zu bestärken,einen andern Brief des Grafen von Mähren an den«selben Kaiser, worin er in dunkler Sprache zu »erste,hen gab, daß Miseno ein sehr verdächtiger, und derGesandte, sein Vertrauter, ein sehr gefährlicher Menschsey. Nichts hielt ihn von seinem Plane ab, auf alle Wegeden Sturz der Gefangenen zu befördern, und über dasSchicksal zu triumphiren, welches ihn so sehr verfolgt hatte.