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seno, der Graf läge krank an der Liebe, mein Ge-mahl an der Ruhmsucht, und Neukasis an demEigennutze, laßt uns unser Gespräch in einem scherz-haften Tone fortsetzen; jeder von uns trage unsermArzte die Spuren seiner Krankheit vor, so wird unsunsere Unterhaltung Vortheil verschaffen. Die Spu-ren der Liebeskrankheit, sagte der Graf, hat Niemandbesser als ich kennen gelernt, und als Mi seno könntIhr auch glauben, daß ich Euch pünktlich die Wahr-heit sagen werde.
Die Liebe ist ein Uebel, welches alle Glieder er-greift, und in jedem derselben eine besondere Krank-heit veranlaßt. Im Kopfe verursacht sie zuerst Wahn-witz und in den Augen Blindheit, im Geblüte Wal-lung, in der Brust eine Art Krebs, welcher nach undnach das Herz und die Seele zernagt, und dabei inseinem Geschmacks einen Ekel besitzt, daß ihm allesandere, als der geliebte Gegenstand, unschmackhaftscheint. Bei der Liebe wird das Gemüth launigt undschwankend, neigt sich immer auf eine Seite, und hatnie einen festen Schritt. Die Liebe ist ein so anstek-kendes Fieber, daß sie zuweilen schon mit einem einzi-gen Blicke vergiftet und in einem einzigen Augenblickedie ganze Seele zerreißt. Kaum ergreift uns diesesFieber, so dringt das Gift von Ader zu Ader, dringtdurch alle Glieder, durchzieht das Innerste, entzündetdas Herz und schlägt Wurzel in ihm. Eine unheilba-rere Krankheit, glaube ich, kann es nicht geben. Ach,